16.08.2010

Eine Million Menschen beim Kölner Weltjugendtag vor 5 Jahren "Explosion der Freude"

Es war ein Riesen-Event: Der Kölner Weltjugendtag vor fünf Jahren zog mehr als 400.000 Dauerteilnehmer aus fast 200 Ländern in die Domstadt. "Mega-Star" in der Woche vom 16. bis 21. August 2005 war der wenige Wochen zuvor gewählte Papst. Was ist geblieben, fünf Jahre danach?

Mehr als eine Million Menschen feierten mit dem damals neuen Papst Benedikt XVI. den Abschlussgottesdienst auf dem Marienfeld bei Köln. Rund 4.000 Journalisten machten die Großveranstaltung auch zum medialen Ereignis. Experten bescheinigten der Kirche eine organisatorische Meisterleistung - angesichts der Toten und Verletzten bei der Duisburger «Love-Parade» nicht selbstverständlich.

Papst Benedikt XVI., der etwa bei der Schifffahrt über den Rhein mit «Benedetto»-Rufen gefeiert wurde, erlebte nach eigenem Bekunden eine «Explosion der Freude». Die wenig kirchennahe Jugendzeitschrift «Bravo» brachte sogar ein Poster von ihm heraus. Es war seine erste Auslandsreise, die ihn ganz ungeplant ausgerechnet in sein Heimatland führte. Er hatte die Reise nach Köln für seinen wenige Monate zuvor verstorbenen Amtsvorgänger Johannes Paul II. angetreten, der die Tradition der Weltjugendtage begründete, um Jugendlichen gemeinsame Glaubenserfahrungen zu ermöglichen. So gab es auch in Köln neben ausgesprochen religiösen Veranstaltungen wie Gottesdiensten und Katechesen mehr als 1.000 kulturelle Darbietungen auf 80 Bühnen in und um Köln.

Wirkung und Aufwand umstritten
Über Wirkung und Aufwand der rund 122 Millionen Euro teuren «Megaparty Glaubensfest» - so der Titel einer Studie über den WJT - gibt es ein breites Meinungsspektrum. Für den Koblenzer Soziologen Winfried Gebhardt hat sich nicht die Hoffnung erfüllt, kirchenferne junge Menschen zu gewinnen. Der WJT sei eine «katholische Ingroup-Veranstaltung» für kirchlich verbundene Jugendliche gewesen. Um deren Identität zu stärken, brauche es aber nicht eine derart großes Treffen, setzt Gebhardt eine Fragzeichen hinter den Aufwand. Allerdings räumt er ein, dass kleinere Treffen etwa von Diözesen, geistlichen Gemeinschaften oder Verbänden die Medienwirkung fehle.

Genau auf diesen Aspekt des Weltjugendtags hebt der Bremer Soziologe Andreas Hepp ab: «Die Kirche ist tot, wenn sie nicht in den Medien präsent ist.» Gerade Jugendliche seien nicht mehr durch Gottesdienste zu locken, sondern durch «Vergemeinschaftungserlebnisse». Dabei spiele der Papst als Leitfigur eine große Rolle - auch wenn viele Jugendlichen nicht dessen Positionen etwa zur Sexualmoral teilten. Ähnlich sieht es sein Dortmunder Kollege Ronald Hitzler: Die WJT-Teilnehmer «hatten vor allem jugendliche Interessen: Spaß haben, andere Menschen treffen. Und wenn selbst Kardinal Meisner anfängt, Spaß zu haben, dann ist wirklich Spaß.»

Kardinal begeistert
Der gastgebende Kölner Erzbischof sprach dagegen von «geistlicher und gläubiger Tiefe» beim Weltjugendtag und bekundete die Hoffnung auf Fortdauer. Für den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und WJT-Mitveranstalter gibt es durchaus diese Nachhaltigkeit, wie Bundesvorsitzender Dirk Tänzler betont. Dazu hätten besonders die dem WJT vorausgehenden «Tage der Begegnung» in den Bistümern beigetragen. Dabei seien zwischen den Pfarreien und ihren ausländischen Gästen nachhaltige Partnerschaften entstanden, «ein unglaublicher Gewinn». Auch habe es gerade nach dem Nachtgebet mit Kerzenlicht in der Jugendpastoral spirituelle Neuerungen gegeben, bilanziert Tänzler und verweist auf abendliche «nightfever»-Gottesdienste in vielen Städten.

Ähnlich sieht es der frühere WJT-Sekretär Georg Austen, der sich heute als Chef des Bonifatiuswerkes für die Glaubensweitergabe in der Diaspora engagiert. Der WJT habe besonders zur weltweiten Vernetzung der Kirche beigetragen. Zwar habe das Großtreffen nicht die schwierige Situation der Kirche umgedreht. Doch seien die Jugendlichen in ein positiv erlebtes «Klima des Glaubens» eingetaucht. Für die Zukunft komme es darauf an, auf kleinerer Ebene ähnlich «Werthaftes mit Eventcharakter» zu ermöglichen.

Andreas Otto

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