11.12.2009

Peter Frey wird neuer Chefredakteur des ZDF Der Katholik vom Lerchenberg

Der neue Chefredakteur des ZDF ist den meisten Zuschauern gut bekannt. Peter Frey war als Interviewer, Gesprächspartner und Kommentator in den vergangenen Jahren häufig in dem Sender zu sehen. Mit domradio-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen sprach er vor einem Jahr übers Christsein und seine Arbeit im ZdK.

Frey leite seit 2001 das Hauptstadtstudio des ZDF, moderiert "Berlin direkt", führt Sommerinterviews mit den Bundespolitikern, berichtet für "heute" und "heute journal" vom bundespolitischen Geschehen und ist Autor der Online-Kolumne "Freytag - Die Woche in Berlin" im Internetangebot des ZDF.Frey, der Mitglied des Zentralkomitees der Katholiken ist, gilt als gut vernetzt in der katholischen Kirche. Er moderierte 2005 die Sendungen des ZDF anlässlich des Todes von Papst Johannes Paul II. und der Wahl von Benedikt XVI. und zum Weltjugendtag in Köln. Er ist auch Fellow des Centrums für angewandte Politikforschung in München, das von der Bertelsmann-Stiftung unterstützt wird.Angenehmer GesprächspartnerDer 52-Jährige wird von Kollegen als angenehmer Gesprächspartner gelobt, er gilt als ausgeglichen und weniger aufbrausend als sein Vorgänger Nikolaus Brender, der von sich selbst einmal sagte, er könne in Redaktionssitzungen auch "emotional" oder "vehementer" werden. Frey gehörte auch zu den 14 ZDF-Journalisten, die sich im Februar dieses Jahres in einem Offenen Brief dafür aussprachen, den Vertrag mit Nikolaus Brender zu verlängern. Der sich abzeichnende Widerstand des von der CDU dominierten ZDF-Verwaltungsrats gegen den Personalvorschlag von Intendant Markus Schächter zeuge von einer "gefährlichen Einmischung der politischen Parteien in die Souveränität unseres Hauses", schrieben die Journalisten.Neben Frey gehörten auch die ZDF-Moderatoren Claus Kleber und Maybrit Illner zu den Unterzeichnern des Briefes. Trotz zahlreicher Proteste hatte der Verwaltungsrat den Vorschlag Schächters wie erwartet am 27. November abgelehnt. Peter Frey dagegen erhielt am Donnerstagabend die erforderliche Zustimmung des Gremiums."Wer nicht auf dem Bildschirm ist, der ist tot"Frey studierte von 1978 bis 1986 Politikwissenschaft, Pädagogik und Spanische Philologie in Mainz und Madrid. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er bei der "Frankfurter Rundschau" und dem damaligen Südwestfunk. 1983 wurde er Redakteur und Reporter des "heute journals" und berichtete für das ZDF aus Mexiko, Nicaragua, Polen und Spanien. Von 1988 bis 1990 war er persönlicher Referent des damaligen ZDF-Chefredakteurs Klaus Bresser, anschließend wurde er stellvertretender Leiter des ZDF-Studios in Washington. Von 1992 bis 1998 leitete und moderierte er das "Morgenmagazin" des ZDF. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.In seiner Redaktion, berichtete Frey einmal, habe ein Kollege den Spruch "Wer nicht auf dem Bildschirm ist, der ist tot" ans Schwarze Brett gehängt. Dennoch warnt der Fernseh-Journalist davor, die Macht der Medien zu überschätzen. Auch Journalisten müssten sich - ähnlich wie Politiker - vor Eitelkeit und Selbstüberschätzung hüten. In Zukunft wird Frey vermutlich eher weniger auf dem Bildschirm zu sehen sein, doch seine Macht im ZDF wird wachsen.

Diemut Roether

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