Franz-Josef Overbeck bei seiner Bischofsweihe am 01. September 2007
Franz-Josef Overbeck bei seiner Bischofsweihe am 01. September 2007

28.10.2009

Ruhrbischof Overbeck stellt sich Bistum vor "Für alle Menschen da"

Der neue Ruhrbischof auf Vorstellungstour: Zwei Tage nach der Bekanntgabe seiner Ernennung stellt sich Franz-Josef Overbeck am Freitag Journalisten in seiner künftigen Bischofsstadt Essen vor. Wo steht er theologisch? Wie kommt er mit den Menschen der Region klar? Der 45-jährige Oberhirte präsentiert sich als Mann mit festen Standpunkten, aber dialogbereit.

Der Spross einer Marler Unternehmerfamilie mit einer Schnapsbrennerei wählt eine klare Sprache und gibt sich zupackend. Auch wenn das "Unternehmen" Kirche etwa unter einer rückläufigen Mitgliederzahl leide, angeschlagen sei es deshalb noch lange nicht. Eine Firma mit einem derart "gesunden Kern" und mit einer 2.000-jährigen Geschichte gebe es weltweit nicht noch einmal. Overbeck weist darauf hin, dass er der jüngste unter den Diözesanbischöfen ist - und deshalb ein besonderes Profil mitbringt. Er sei in den 70er und 80er Jahren groß geworden und gehöre damit einer Generation an, in der die Leute um einen herum nicht selbstverständlich glauben. Seine Berufung sieht er darin, in einer "profanen Welt" die Kirche neu aufzustellen und den "Menschen zu helfen, Gott zu finden". Dazu gehörten ansprechende Gottesdienste. Besonders Menschen, die mit der Kirchen sympathisieren und dennoch nicht zur Sonntagsmesse kommen, hat Overbeck im Blick. Wachsames Auge auf die wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche Wie seine Vorgänger will der neue Bischof der Ruhr-Region ein wachsames Auge auf die wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche haben. Besonders Jugendliche bräuchten eine Chance auf Arbeit - einmal weil das ihre Würde verlange und zum anderen weil Menschen ohne Job eine soziale Last für die Gesellschaft darstellen. Aber auch die zunehmende Not älterer Menschen und deren Vereinsamung sei eine Aufgabe für die Kirche. Im sozialen Engagement der Kirche sieht der Oberhirte auch eine Chance für ökumenisches Handeln. Das zweite Standbein in den Beziehungen zu den christlichen Kirchen ist für ihn das gemeinsame Gebet. Beim Stichwort Ökumene lenkt Overbeck den Blick auch auf die Muslime. Für sie sei die Wirklichkeit Gottes selbstverständlich, was für die Christen eine "Provokation" sein sollte. Bei aller Kooperations- und Dialogbereitschaft verschweigt Overbeck nicht das katholische Selbstverständnis, wonach die römische Kirche alles in sich trage, "was zum Heil notwendig ist". Klar bekennt sich Overbeck zu den Grundsätzen des Zweiten Vatikanischen Konzils und sieht hier viele theologische Fragen, die noch mit den Piusbrüdern zu besprechen sind. Mensch mit Sinn für Familie und FreundschaftenNicht nur Programmatisches, auch ganz Persönliches gibt der Mensch Overbeck preis. Dass er vor sieben Jahren an Krebs erkrankt war. Dass es Belastungsgrenzen und notwendige Ruhezeiten gibt. Dass er "den frühen Morgen und den stillen Abend" liebt. Dass er ein Mensch mit Sinn für Familie und Freundschaften sei. Dass er klassische Musik mag und sich bald ein Abo für die Essener Philharmonie besorgen will. Und dass er gerne liest - nicht nur Theologisches. Die "Päpstin" kennt er bereits - allerdings nur aus dem Buch, nicht aus dem Film. Kino ist nicht sein Ding, und "mein letzter Fernseher ging wegen Nichtbenutzung kaputt", gibt der Geistliche zu. Infos über das Tagesgeschehen besorgt er sich aus der Lektüre "von sechs bis sieben Zeitungen". Spirituell fühlt sich Overbeck dem Jesuitengründer Ignatius von Loyola verbunden. Und er nennt auch seinen Namenspatron, Franz von Assisi, sowie den heiligen Benedikt. Seine Verbundenheit mit dem Urvater der Orden drückt sich darin aus, dass er einmal monatlich in der Benediktinerabtei Gerleve einkehrt. Bei seiner Stippvisite in Essen machte er auch am Grab des heiligen Liudger in Werden Halt. Nach Münster freut sich Overbeck nun auf das "urbane Essen". Berührungsängste gegenüber den Menschen mit der "ehrlichen Sprache" kennt er nicht: "Da kann ich schon mit umgehen."

Andreas Otto

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