11.08.2009

Kochen mit der Bibel mit einer Oberpfälzer Pfarrersfrau Himmlisches aus zwanzig Zutaten

Fernseh-Kochshows kann sie nichts abgewinnen, Fast Food ist ihr ein Graus: Für ihre Kochseminare hat sich die Oberpfälzer Pfarrersfrau Markusine Guthjahr von der Bibel inspirieren lassen. "Kommunikatives Kochen mit den Gaben Gottes" heißt das Angebot, mit dem die Ernährungsberaterin aus Königstein seit 16 Jahren erfolgreich durch Deutschland tourt.

Am Anfang war eine Israelreise. Sie motivierte die Kräuterexpertin, die Bibel nach essbaren Pflanzen zu durchforsten. 110 mal wurde sie fündig. Das Kochen steht für Guthjahr aber erst an zweiter Stelle: "Mein Ansatz sind nicht biblische Rezepte, sondern die Pflanzen in ihrem Kontext." Ihre Gäste sollen mit allen Sinnen erleben können, was die Pfarrersfrau erzählt: "Fühlen Sie mal, wie sich diese Minze anfühlt, riechen Sie mal den Koriander, testen Sie mal von der Raute." Enorm ist das Aufgebot an gesammelten Feldblumen, Kräutertöpfen, getrockneten Feldfrüchten, Gewürzen, Gemüse- und Obstsorten. Nicht fehlen dürfen auch zwei betagte Hausbibeln, eine davon fast 450 Jahre alt. Schon Israeliten lebten gesund mit Knofel und Co "Wenn Sie Ihre Abwehrkräfte stärken wollen, essen Sie viel Lauch, Zwiebeln und Knoblauch", rät die Bibelköchin. Das taten schon die Israeliten während ihrer Gefangenschaft in Ägypten vor mehr als 3.000 Jahren. Oder die Feige: Die süße Delikatesse ist nicht nur gesund und spendet Kraft, sie - und nicht ein Apfel - war wohl auch die Frucht vom "Baum der Erkenntnis" im Garten Eden: "Adam und Eva bedeckten ihre Blöße mit Feigenblättern", zitiert Guthjahr die erste namentlich erwähnte Pflanze in der Heiligen Schrift. "Die Bibel ist ja kein Botanikfachbuch", erklärt sie sich manche Unstimmigkeiten. Bei der Kücheneinrichtung setzt Guthjahr nicht auf modisch-edle Designerware, sondern auf Improvisation. Fürs Erhitzen tut es ein Zwei-Platten-Reisekocher. Suppe und Dessert gibt es auch mal in Kaffeetassen und Saftgläsern. Je einfacher die Umgebung, desto besser gefällt es den Leuten, weiß sie aus Erfahrung. "Hauptsache, es ist ein Wasseranschluss da." Esaus rote Linsen Einen Ring roter Zwiebeln nach dem anderen legt Heike auf die geschnittenen Orangen, obendrauf kommen Zitronensaft, Olivenöl, Kreuzkümmel, gehackte Minze und zu guter Letzt schwarze Olivenscheiben - fertig ist der orientalische Salat. "Ich habe beim ersten Mal auch gedacht, das kann man nicht essen", gesteht die Geläuterte. Neben ihr köchelt "Esaus rotes Linsengericht". Ob Esaus Bruder Jakob die Hülsenfrucht auch so pikant zubereitet hat? Feststeht: Sein Lieblingsessen hat Esau so angelacht, dass der dafür glatt sein Erstgeburtsrecht verkaufte. Wer biblisch kochen möchte a la Guthjahr, sollte aufgeschlossen sein für neue Geschmackserlebnisse. Oder sich auf den Gaumen eines Kirchenmannes verlassen: "Mein Mann ist immer der Vorkoster", verrät die dreifache Buchautorin. Gespannt beobachtet sie dennoch die neuen Gesichter beim Essen der liebevoll angerichteten Speisen. "Himmlisch", seufzt eine Teilnehmerin, als sie nach der Minze-Sahne-Creme mit Granatapfelsirup ins Dattelkonfekt beißt. Hinweis: Markusine Guthjahr, Kochen mit den Gaben Gottes. Früchte und Pflanzen der Bibel, Cadmos Verlag Brunsbek 2008, 142 Seiten, 14,90 Euro.

Carola Renzikowski

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Lieblingsorte im Kölner Dom

Dompropst, Dommusiker, Domlektorin, Domdechant und andere mehr: Sie alle haben uns ihre Lieblingsorte im Kölner Dom verraten.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 18.09.2021
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Zu Verleihung des Anton-Roesen-Preises
  • Vor der Bundestagswahl: Wie sieht es aus mit der Religionspolitik? Heute, die Linken
  • Die Kölner Literaturnacht am 18. September
11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Wicky Junggeburth im Interview: Sein 70. und die neue Staffel von „Der kölsche Fastelovend in Wort und Ton“
  • Göttlich Genießen: Kürbis, aber frisch muss er sein
  • Eine 24-Stunden musikalische Hommage widmet sich Joseph Beuys
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Wicky Junggeburth im Interview: Sein 70. und die neue Staffel von „Der kölsche Fastelovend in Wort und Ton“
  • Göttlich Genießen: Kürbis, aber frisch muss er sein
  • Eine 24-Stunden musikalische Hommage widmet sich Joseph Beuys
16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Vor der Bundestagswahl: Wie sieht es aus mit der Religionspolitik? Heute, die Linken
  • Wicky Junggeburth im Interview: Sein 70. und die neue Staffel von „Der kölsche Fastelovend in Wort und Ton“
  • Der elektrische Mönch
  • Sakrale Kuns in der DDR
22:00 - 22:30 Uhr

Lichterfeier aus Taize

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!