25.02.2009

Deutsche Bischöfe eröffnen Vollversammlung mit Messe im Mariendom Warm angezogen ins neue Jahr

Mit einem von domradio übertragenen festlichen Gottesdienst im Hamburger Mariendom haben die katholischen Bischöfe Deutschlands am Montagabend ihre Frühjahrsvollversammlung eröffnet. In seiner Eröffnungspredigt rief der Vorsitzende der Konferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, die Christen zu aktiver Nächstenliebe auf. "Ein gottgemäßes und geheiligtes Leben führt nur der, der das Eigene für andere einsetzen und mit ihnen teilen kann", sagte er.

Mit Blick auf die Bankenkrise betonte der Freiburger Erzbischof, die Freiheit des Wirtschaftens werde von der Kirche grundsätzlich positiv gesehen; auch Gewinn sei nichts Verdächtiges. Zugleich müssten sich Christen aber fragen, welche Formen des Wirtschaftens gerecht seien und ob sie dazu beitrügen, Hunger und Elend zu überwinden. Der Konferenz-Vorsitzende nahm auch zur Situation der katholischen Kirche in den vergangenen Wochen Stellung. Die Bischöfe seien "Wind und Stürme gewohnt; warm anziehen müssen wir uns des öfteren", sagte er mit Blick auf die erste Vollversammlung der Bischofskonferenz in der evangelisch geprägten Hansestadt und den Konflikt um die Pius-Bruderschaft. Zugleich seien Hafenstädte den Christen sympathisch: "Ohne sie und ihre Weltoffenheit hätte die junge Kirche des heiligen Paulus und der anderen Glaubenskünder niemals den Weg nach Europa gefunden." Zollitsch reist zum Papst nach Rom Nach dem Eklat um die traditionalistische Pius-Bruderschaft wird der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in der kommenden Woche nach Rom reisen und den Papst über die Situation in Deutschland informieren. Der Freiburger Erzbischof zeigte sich am Montag zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe pessimistisch, ob es zu einer Aufnahme der Priesterbruderschaft in die Kirche kommen werde. "Wenn nicht ein kleines Wunder geschieht, wird es nichts werden", sagte er. Die bisherigen Erklärungen der Pius-Brüder seien "eher enttäuschend". Auch die Entschuldigung des Traditionalisten-Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson reiche bei weitem nicht aus, weil der Brite nichts zurückgenommen habe. Zollitsch betonte, eine Klärung der Frage, ob die Pius-Brüder in die Kirche aufgenommen werden, dürfe nicht zu lange hinausgeschoben werden. Andererseits wolle er auch keine Termine setzen. Zollitsch wird sich nach eigener Darstellung von Mittwoch bis Samstag kommender Woche in Rom aufhalten. Das Gespräch mit dem Papst sei lange geplant gewesen, habe jetzt aber neue Brisanz durch die Debatte um die Traditionalisten bekommen. Der Erzbischof stellte sich erneut hinter die Position des Papstes. Dieser habe verhindern wollen, dass es während seiner Amtszeit zu einer endgültigen Kirchenspaltung komme. Zollitsch verteidigte auch die Haltung der Bischöfe. Sie hätten klar zum Papst gestanden; zugleich müsse aber Kritik an der Arbeitsweise des Vatikan möglich sein. Debatte um Bischof MixaIn der Debatte um angebliche Äußerungen des Augsburger Bischofs Walter Mixa zu Holocaust und Abtreibung sagte der Konferenzvorsitzende, Mixa habe nach eigener Darstellung keinen Vergleich ziehen wollen. Er selber sehe keine Parallelen zwischen dem vom NS-Staat angeordneten systematischen Mord an den Juden und den jeweils auf Einzelentscheidungen beruhenden Entschlüssen zur Abtreibung. Im Streit um den Religionsunterricht übte der Erzbischof heftige Kritik am Berliner Senat, der eine echte Wahlfreiheit zwischen Ethik- und Religionsunterricht nicht gestatten wolle. Nicht der Staat dürfe über die Vermittlung von Werten entscheiden, sondern das sei Sache der Eltern. Zollitsch warf den Verantwortlichen in Berlin vor, den anstehenden Volksentscheid bewusst zu behindern. Während die Initiatoren von "Pro Reli" den Entscheid mit der Europawahl am 7. Juni zusammenlegen und so möglichst viele Wähler erreichen wollten, setzte der Senat einen separaten Termin am 26. April an. Eine wichtige bildungs- und integrationspolitische Entscheidung sollte so schnell wie möglich getroffen werden, hieß es zur Begründung. Die Deutsche Bischofskonferenz tagt erstmals in ihrer mehr als 150-jährigen Geschichte in Hamburg. Die 68 Bischöfe befassen sich bis Donnerstag unter anderem mit dem Eklat um die Pius-Bruderschaft, der Wirtschafts- und Finanzkrise, Qualitätskriterien für katholische Schulen sowie der Situation der Pflege und der Palliativmedizin. Am Montagmorgen war Zollitsch zur Blattkritik beim Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" eingeladen. Am Mittag stand ein Essen mit Hamburger Medien-Prominenz auf dem Programm.

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