20.02.2009

Kardinal Meisner spricht vor dem Christlichen Führungskräfte-Kongress Kopernikanische Wende gesucht

Beim Kongress christlicher Führungskräfte in der Messe Düsseldorf wird am Freitag der Kölner Kardinal Joachim Meisner zu einem Grußwort vor den 3.600 christlichen Unternehmern und Managern erwartet. Der Kongress unter dem Motto "Mit Werten in Führung gehen" war am Donnerstag eröffnet worden. Er endet am Samstag. Ziel der Veranstaltung mit Vorträgen, Seminaren und Diskussionen ist, christlichen Werten in der Wirtschaft mehr Geltung zu verschaffen. Heute wird der Kölner Kardinal Joachim Meisner zu einem Grußwort erwartet.

Wie passt das zusammen? Ein katholischer Sozialverband, der über Unternehmensbeteiligungen diskutiert. Oder ein großes Bankhaus, das sich auf christliche Werte beruft. Beides sind keine direkten Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Und dennoch vermittelt der 6. Kongress christlicher Führungskräfte in Düsseldorf vor allem einen Eindruck: Dass der Zusammenbruch der Finanzmärkte alte Gewissheiten aufgelöst hat und die Frage nach ethisch verantwortlichem Handeln neu stellt. «Mit Werten mehr Führung wagen» lautet denn auch das Motto der Veranstaltung, die noch bis Samstag andauert. Unter den mehr als 3.500 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Kirchen findet sich auch Markus Wilczek von der Deutschen Bank. Gemeinsam mit seinen Kollegen präsentiert er in der Ausstellungshalle das sozial- und umweltpolitische Engagement seines Arbeitgebers, der in letzter Zeit eher mit negativen Schlagzeilen von sich reden machte. Dieses Bild wollen Wilczek und seine Mitstreiter korrigieren. Indem sie interessierten Besuchern von dem ökologischen Umbau der Frankfurter Konzernzentrale erzählen oder vom vielfältigen ehrenamtlichen Engagement der Mitarbeiter. «So habe ich die Bank noch nie gesehen» - das sei eine der häufigsten Reaktionen gewesen, berichtet der Finanzexperte. Die Imagewerbung «auf dem kleinen Dienstweg» ohne großen Werbeetat - sie scheint zumindest auf dem Kongress zu funktionieren. Ein paar Schritte weiter will der Stand des Kolpingwerks Deutschland konkrete Auswege aus den aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen aufzeigen. Als Beispiel nennt Kolping-Referent Jürgen Peters den Vorschlag, Beschäftigte am Produktivvermögen der Unternehmen zu beteiligen. Eine solche Maßnahme könne gerade in Krisenzeiten die wechselseitige Identifikation von Arbeitnehmern und -gebern mit ihrem Betrieb fördern. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) und dem Bund Katholischer Unternehmer (BKU) will das Kolpingwerk aus katholischer Sicht das gesellschaftliche Profil des Kongresses schärfen, der bislang eher in evangelischer Hand war. Nicht nur bei den Ausstellern, auch bei den Referenten des überkonfessionellen Treffens ist die katholische Kirche nach Veranstalterangaben diesmal stärker präsent, als in den Jahren zuvor. So gehören zu den prominentesten Rednern Kölns Kardinal Joachim Meisner und der Münchner Erzbischof Reinhard Marx. Zur Eröffnung sprach mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Jürgen Rütters (CDU) zudem ein erklärter Bewunderer der katholischen Soziallehre. Der Politiker plädierte für eine neue Debatte über das Thema Leitkultur, die sich auf die Werte des christlich-jüdischen Abendlandes sowie der Aufklärung besinnen solle. Gerade angesichts der Finanzkrise müsse die Frage beantwortet werden, «wovon wir uns leiten lassen wollen», so Rüttgers. Ob der umstrittene Begriff der Leitkultur dabei hilfreich sein kann, darüber waren die Ansichten durchaus geteilt. Die Diskussion um die Rolle von Managern und Führungskräften dürfte jedoch auch unabhängig vom Düsseldorfer Kongress weitergehen. Gefragt sei ein radikales Umdenken, wie es der ranghöchste Benediktiner, Abtprimas Notker Wolf, im Anschluss an seinen Vortrag formulierte. «Was wir brauchen, ist eine kopernikanische Wende.»

Angelika Prauß

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