18.01.2008

Nachrichtenarchiv 18.01.2008 10:27 Erstes deutsches Hospiz für Jugendliche in Olpe

Das erste deutsche Hospiz für Jugendliche und junge Erwachsene soll Anfang nächsten Jahres in Olpe im Sauerland entstehen. Das teilte die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur
(KNA) in Olpe mit. Das Haus sei für unheilbar erkrankte Jugendliche gedacht, die ihre Diagnose als Kinder erhalten oder neu davon erfahren hätten, aber noch keinen Zugang zu einem Erwachsenenhospiz erhielten.
Die Jugendlichen sollen nicht nur in der allerletzten Lebensphase begleitet werden, sondern schon ab der Diagnose jeweils für mehrere Wochen im Jahr. Das soll auch die Eltern und Angehörigen entlasten.
Die Baumaßnahmen werden den Angaben zufolge in den nächsten Wochen beginnen. Der Rohbau soll zum zehnjährigen Bestehen des benachbarten Kinderhospizes Balthasar im September fertig sein. Geplant sind vier Plätze für schwerstkranke Jugendliche, drei Gästezimmer für Begleitpersonen, ein Werkraum, ein Raum für Bewegungstherapien sowie Besprechungszimmer. Belegungsanfragen könnten schon jetzt gestellt werden, hieß es.
Wegen des medizinischen Fortschritts werden nach Angaben der Träger schwerstkranke Jungen und Mädchen, die früher meist im Kindesalter gestorben seien, immer älter. Bislang gebe es jedoch keine Hospizeinrichtung, die ihren Bedürfnissen, Erkrankungen, psychosozialen Erfordernissen und ihrem Geschmack bei der Zimmereinrichtung entspreche. In England, dem Ursprungsland der Hospizidee, seien vor Jahren spezielle Jugendhäuser entstanden.
Die Gesellschaft der Franziskanerinnen ist auch Trägerin des Kinderhospizes in Olpe, das 1998 ebenfalls als bundesweit erste Einrichtung dieser Art eröffnet wurde. Inzwischen gibt es in Deutschland 8 stationäre Kinderhospize und rund 45 ambulante Hospizdienste. Der 1990 gegründete Deutsche Kinderhospizverein vertritt ihre Interessen.