17.01.2008

Nachrichtenarchiv 17.01.2008 07:54 Italiens Regierung empört über Anti-Papst-Proteste

Ganz im Zeichen des abgesagten Papst-Besuchs hat die römische Universität "La Sapienza" heute ihr akademisches Jahr eröffnet. "Was geschehen ist, ist für einen Demokraten nicht hinnehmbar". Das sagte Roms Bürgermeister Walter Veltroni laut italienischen Medienberichten unter Beifall in der traditionsreichen Hochschule. Rektor Renato Guarini sprach im Blick auf die Proteste der vergangenen Tage gegen Benedikt XVI. von "großer Bitterkeit". Nun sei Nachdenken über den Zustand der Universität nötig. Die vorgesehene Rede des Papstes, die er nach dem Verzicht auf die Einladung schriftlich eingereicht hatte, wurde in der Aula der Sapienza von einem Vertreter des Rektorats verlesen. Die Anwesenden antworteten mit stehendem Applaus. Den Berichten zufolge kam es nicht zu besonderen Zwischenfällen. Lediglich hätten sich mehrere Dutzend Studierender den Mund mit Papiertaschentüchern verstopft und Schilder mit der Aufschrift "Freiheit in der Universität - ... und sie bewegt sich doch" hochgehalten. Im Umkreis des Campus fanden mehrere Kundgebungen statt, die sich vor allem gegen die italienische Hochschulpolitik richteten.