16.01.2008

Nachrichtenarchiv 16.01.2008 17:43 Lutherstädte bereiten sich auf Reformationsjubiläum 2017 vor

Politiker und Tourismus-Experten erwarten wegen des Reformationsjubiläums 2017 einen nachhaltigen Anstieg der Besucherzahlen in den Lutherstädten Mitteldeutschlands. Bei einer Anhörung im Bundestag erklärte der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Stefan Rhein, bereits in den vergangenen Jahren seien erheblich mehr Touristen nach Wittenberg und Eisleben gekommen. Wittenberg allein verzeichne jährlich rund 500.000 Besucher.
2017 wird 500 Jahre nach dem Thesenanschlag von Martin Luther
(1483-1546) an der Wittenberger Schlosskirche weltweit als Reformationsjubiläum gefeiert. Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Petra Hedorfer, kündigte an, der Verband wolle 2017 das Reformationsjubiläum zum Schwerpunkthema machen. Generell sei ein steigendes Interesse an "religiösen Reisen" feststellbar. Derzeit gebe es jedes Jahr nach statistischen Erhebungen rund 180.000 religiös motivierte Reisende in Deutschland. Tatsächlich sei aber von einer viel höheren Zahl auszugehen. Mit Blick auf das Jubiläumsjahr wolle der Verband gezielt in Ländern mit hohem Protestantenanteil werben.
Derzeit bereitet ein hochrangig besetztes Kuratorium die Jubiläumsfeierlichkeiten vor. Ihm gehören unter anderen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, an.
Die Bürgermeister von Wittenberg und Eisleben, Jutta Fischer und Eckhard Naumann, hoben hervor, die beiden Städte wollten in den kommenden Jahren Übernachtungs- und Parkmöglichkeiten erweitern.
Zusätzlich würden die öffentlichen Einrichtungen auf ihre Barrierefreiheit überprüft. Rhein hob hervor, dass Wittenberg und Eisleben ab dem Frühjahr durch einen "Lutherweg" verbunden seien.
Dies sei bereits ein Beitrag zum Reformationsjubiläum und solle auf die Bedeutung der Region im Leben des Reformators hinweisen.