14.01.2008

Nachrichtenarchiv 14.01.2008 08:36 Papst tauft in der Sixtinischen Kapelle 13 Kinder

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag in der Sixtinischen Kapelle 13 Kindern das Taufsakrament gespendet. Bei einer Messe unter den Fresken Michelangelos übergoss er die Täuflinge - sie alle Kinder von Vatikan-Angestellten - mit geweihtem Wasser und nahm sie damit in die katholische Kirche auf.
Benedikt XVI. feierte die Taufmesse am alten Hauptaltar der Papst-Kapelle mit Blick auf Michelangelos "Jüngstes Gericht".
Dieser Altar steht an der Wand, weshalb der Papst mit dem Rücken zum Volk zelebrierte. Er benutzte jedoch den nach-konziliaren Messritus in der Fassung von 1970 und zelebrierte auf Italienisch. Damit wurden Spekulationen von Beobachtern widerlegt, Benedikt XVI. werde die Messe nach der alten, vor-konziliaren Liturgie feiern, die er im Sommer wieder als "außerordentlichen Ritus" zugelassen hatte.
Man habe diesmal auf den tragbaren Holzaltar im Raum verzichtet, an dem Benedikt XVI. noch im vergangenen Jahr die Tauffeier geleitet hatte, damit die "Schönheit und Harmonie" der Sixtinischen Kapelle deutlicher werde, stellte der Vatikan klar.
Bei der Messe trug Benedikt XVI. Gewänder und Paramente, die schon sein Vorgänger Johannes Paul II. bei liturgischen Feiern benutzt hatte.
In seiner Predigt beglückwünschte der Papst die Eltern. Er rief sie und die Taufpaten auf, die Kinder im christlichen Glauben und im Geist der Kirche zu erziehen, ihnen die Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe nahezubringen und für sie die ersten Zeugen eines echten Gottesglaubens zu sein.
Die Kindertaufe des Papstes am liturgischen Festtag der Taufe Jesu am Jordan gestaltete sich zu einem großen Familienfest. Die Eltern - darunter auch ein Schweizergardist - hatten sich mit den Täuflingen, den übrigen Kindern und den Taufpaten im vorderen Teil der Kapelle versammelt. Weitere Gäste nahmen hinter der Schranke Platz, die die Sixtina in zwei Bereiche trennt. Benedikt XVI. übergoss die Köpfe der Säuglinge mit Wasser, zwei Kurienbischöfe nahmen die Salbung mit geweihtem Öl und die übrigen Riten vor. Eltern, Paten und Geschwister der Täuflinge fungierten als Lektoren, trugen die Fürbitten vor und brachten die Opfergaben zum Altar. Wie bei früheren Tauffeiern des Papstes war auch diesmal der Geräuschpegel wegen Babygeschreis recht hoch.