09.01.2008

Schavan: Jugendgewalt durch Bildung verhindern - Qualifizierungsinitiative will junge Menschen von der Straße holen Wer lernt, prügelt nicht

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) plädiert in der Debatte um eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes für mehr Investitionen in Bildung. Aggressionen und Gewaltbereitschaft ließen sich am besten durch Bildung und eine gute Ausbildung verhindern, sagte Schavan am Mittwoch. Jugendliche bräuchten eine Perspektive. Diese will die Bundesregierung mit einem millionenschweren Maßnahmenbündel schaffen.

Die von der Bundesregierung geplante Qualifizierungsinitiative soll Aus- und Weiterbildung verbessern. Unter anderem sollen zusätzliche Ausbildungsplätze für sogenannte Altbewerber geschaffen werden, die schon länger vergeblich eine Lehrstelle suchen. Mit einem Ausbildungsbonus für Betriebe sollen zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze für besonders förderungswürdige Altbewerber gewonnen werden. Der Bonus kann je nach Ausbildungsvergütung bis zu 6000 Euro betragen. Mit einem Ausbildungsbaustein-Programm werden Altbewerber dabei unterstützt, ihrem Ziel näher zu kommen, einen Berufsabschluss zu erreichen. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren rund 100.000 Altbewerber die Chance auf einen Ausbildungsplatz bekommen. Ziel ist es, dass am Ende der Legislaturperiode jeder Jugendliche einen Ausbildungsplatz habe.Um Studienplätze schneller und effektiver zu vermitteln und mehr Transparenz über das Studienangebot sicherzustellen, wollen Bund und Länder eine Vereinbarung für die Einrichtung einer Serviceagentur für Studieninteressierten Abiturienten treffen.Stärkung der NaturwissenschaftenDer Bedarf an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren wird in Zukunft weiter steigen. Deshalb sollen sich mehr junge Menschen für Naturwissenschaften und Technik begeistern und ein entsprechendes Studienfach absolvieren. Die Einführung eines Freiwilligen Technischen Jahres zur Berufsorientierung und das Jahr der Mathematik 2008 soll hier Impulse geben.Chancen für Frauen verbessernFrauen sind nach wie vor in Führungspositionen in der Privatwirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung deutlich unterrepräsentiert. Ein Pakt für Frauen in MINT-Berufen (MINT= Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) soll realistische Berufsbilder vermitteln und motivieren, ein MINT-Fach zu studieren.Weiterbildung fördernDie Bundesregierung plant nach Angaben Schavans, den Anteil der Arbeitnehmer, die sich an Weiterbildungen beteiligen, bis 2015 auf 50 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, strebe die Regierung eine Weiterbildungsallianz mit den Ländern, Kommunen und Sozialpartnern an. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft begrüßten die Initiative. Sie sei ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Bildung und damit zur Fachkräftesicherung.