08.01.2008

Papst Johannes Paul II. - Polen hofft auf Seligsprechung 2008 Am Ende entscheidet der Papst

Im Seligsprechungsverfahren für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. (1978-2005) gibt es nach Worten des zuständigen Kardinal-Präfekten Jose Saraiva Martins noch keinen Zeitplan. "Über Zeiten und Termine spricht man im Moment nicht", sagte er in einem Interview des "Osservatore Romano". Polnische Medien hatten berichtet, dass das wichtigste Dokument des Verfahrens noch in diesem Jahr fertiggestellt werden solle.

Das Verfahren für den Wojtyla-Papst sei am vergangenen 2. April auf Diözesanebene abgeschlossen worden, so Martin. Nun erarbeite die Vatikan-Kongregation die erforderliche Dokumentation, die dann den zuständigen Gremien zugeleitet werde, so der Präfekt der Heiligsprechungskongregation.Natürlich habe der Papst das Recht, auch in ein laufendes Seligsprechungsverfahren einzugreifen und es zu beschleunigen.Das habe Benedikt XVI. jedoch bislang jedoch noch nie getan, unterstrich Martins. Etwas anderes sei, dass er im Fall seines Vorgängers die Fristen zur Aufnahme des Seligsprechungsprozesses von fünf Jahren auf wenige Monate verkürzt habe.Nach Angaben des Anwalts in dem Verfahren, Postulator Slawomir Oder, würden die Arbeiten an der sogenannten Positio deutlich schneller beendet als üblich. In Polen wurde spekuliert, ob Karol Wojtyla bereits zum 30.Jahrestag seiner Papstwahl im Oktober zur Ehre der Altäre erhoben wird.Demnächst Heiligsprechung von Bernarda BütlerLaut Martins sind bei seiner Behörde derzeit rund 2.200 Verfahren anhängig. Zu den Heiligen, die der Papst demnächst als Vorbilder für die Weltkirche erheben wird, dürfte laut Martins die Schweizer Ordensgründerin Maria Bernarda Bütler (1848-1924) gehören. Ein Termin für ein Konsistorium, bei dem der Papst in Abstimmung mit den Kardinälen einen solchen Schritt offiziell anordnen muss, liege jedoch noch nicht vor, so Martins.Weiter äußerte er die Hoffnung auf eine baldige Seligsprechung des von der anglikanischen Kirche zum Katholizismus übergetretenen Kardinal Henry Newman (1801-1891). "Das wäre in diesem Moment sehr wichtig für den Weg der Ökumene", sagte Martins dem Osservatore. Bereits 1991 hat der Vatikan dem britischen Kardinal den heroischen Tugendgrad zuerkennt.Inzwischen wird im Vatikan auch die Nachricht über ein angebliches Heilungswunders aus den USA überprüft, hieß es unterdessen in Rom. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.