08.01.2008

Obama und McCain liegen bei erster Abstimmung deutlich vorne Vorentscheidung in New Hampshire?

Im Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA haben am Dienstag die Vorwahlen im Bundesstaat New Hampshire begonnen. Nach ersten Abstimmungen liegen der Demokrat Barack Obama und der Republikaner John McCain vorne. Der Amerikaexperte Dr. Ferdinand Oertel spricht im domradio-Interview über den Wahlkampf und die Kandidaten aus kirchlicher Sicht.

Die Senatorin Hillary Clinton steht nach Ansicht politischer Beobachter unter großem Erfolgszwang. Begonnen hatte sie das Wahljahr 2008 als mutmaßliche Spitzenreiterin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der demokratischen Partei. Aber nach ihrer überraschend deutlichen Niederlage bei der ersten Vorwahl in Iowa muss die Senatorin nun unbedingt in New Hampshire einen Spitzenplatz erreichen. Bei den Republikanern muss sich nun zeigen, ob der Überraschungssieger von Iowa Mike Huckabee weiterhin Erfolg hat. Huckabee gilt als Favorit des religiös-konservativen Flügels der Bush-Partei. Starke Konkurrenten hat er durch wirtschaftsliberale Kandidaten wie den ehemaligen Gouverneur Mitt Romney. Bei den Republikanern hoffen außerdem auch der Senator John McCain und der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani auf einen Erfolg in New Hampshire. "Es fehlt ein katholischer Kandidat"Die bedeutende Rolle von Glaubensfragen war im bisherigen Wahlkampf mitentscheidend und wurde von Experten immer wieder betont. Nur fehle es unter den Anwärtern auf die Präsidentschaftsnachfolge an einem "ausgesprochenen katholischen Kandidaten", so Amerikaexperte Dr. Ferdinand Oertel. "Das ist eins der Probleme für die Katholiken in der amerikanischen Bevölkerung." Dabei sei die Bedeutung der Katholiken seit Kennedy in der amerikanischen Gesellschaft sehr gewachsen, so Oertel. Zwar mache ihr Anteil nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung aus, der Einfluss auf Politik und Gesellschaft sei jedoch viel größer. "Ich glaube, dass ist hier gar nicht so bekannt. Allein 30 Prozent aller Kongressabgeordneten sind katholisch und bis zu 40 Prozent der Gouverneure", erklärt Oertel.Nach aktuellen Umfragen liegt der Iowa-Sieger Barack Obama nun auch in New Hampshire wieder deutlich vor Hillary Clinton. Ein weiterer Sieg bei einer viel beachteten Vorwahl wäre nach Ansicht von Kommentatoren in den USA eine Vorentscheidung.