07.01.2008

Landessynode Rheinischer Kirchen "Wir haben die Macht"

Mit einem Appell zu einem menschlichen Miteinander hat in Bad Neuenahr die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland begonnen. Hauptthema der einwöchigen Beratungen ist die Globalisierung. domradio sprach mit Jens Peter Iven, dem Sprecher der rheinischen Kirche, über Ziele der Synode, die Macht der Kirchen und ihre Rolle als jahrhundertealter Global Player.

Oberkirchenrat Klaus Eberl sagte in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, jeder müsse einen festen Platz in der Gesellschaft haben, ohne ausgegrenzt zu werden. Denn Gott lasse sein Licht für alle Menschen leuchten, "für die Glücklichen und Traurigen, die Starken und Schwachen, die Opfer der Globalisierung und ihre Akteure, die Schulversager und die Überflieger, die Menschen mit und ohne Behinderung, die Jungen und die Alten". In Jesus ergreife Gott "Partei für die, die keinen Platz haben".Kritisch äußerte sich der 52-jährige Theologe zur Globalisierung, dem Hauptthema der einwöchigen Synodenberatungen. "Die Globalisierung hat die Welt dramatisch gespalten in Gewinner und Verlierer", sagte der Bildungsdezernent der rheinischen Kirche laut Redetext. Auch wirtschaftlich müsse so gehandelt werden, "dass jeder seinen Platz hat". Die Deutschen sind nach Eberls Worten zugleich Gewinner und Verlierer, Täter und Opfer der Globalisierung: "Die Volkswirtschaft wächst und Gewinne explodieren, während gleichzeitig Arbeitsplatzabbau und der Verlust von sozialen Sicherungen um sich greifen."Wichtigstes Thema: Die Zukunft des PfarrdienstesDas Kirchenparlament der 2,9 Millionen rheinischen Protestanten wollte am Abend zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen. Die 232 Abgeordneten der 42 Kirchenkreise zwischen Niederrhein und Saar beraten bis Freitag über zahlreiche Anträge und Kirchengesetze für die zweitgrößte deutsche Landeskirche. Sie verabschieden zudem den landeskirchlichen Haushalt, der ein Volumen von 82,4 Millionen Euro haben soll. Auch Gäste aus der internationalen Ökumene kommen zu Wort.Wichtigstes Thema neben der Globalisierung ist die Zukunft des Pfarrdienstes. Es gibt deutlich mehr Theologen als Pfarrstellen, zudem soll die Stellenzahl in den nächsten Jahren reduziert werden.Am Montag gibt Präses Nikolaus Schneider seinen jährlichen Bericht über die "für die Kirche bedeutsamen Ereignisse" ab. Die Landessynode, die in der Regel einmal im Jahr in Bad Neuenahr tagt, ist das oberste Entscheidungsorgan der rheinischen Kirche.