06.01.2008

Tarifverhandlungen mit werden fortgesetzt Vorerst keine neuen Bahnstreiks

Reisende müssen vorerst nicht mit neuen Streiks bei der Deutschen Bahn rechnen. Im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben sich beide Seiten darauf geeinigt, die Verhandlungen in der kommenden Woche fortzusetzen.

Bis auf ganz wenige Punkte sei eine Lösung in dem seit über neun Monaten dauernden Tarifkonflikt greifbar nahe, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Samstagabend nach einem mehrstündigen Treffen mit Bahn-Personalvorstand Margret Suckale und GDL-Chef Manfred Schell im Verkehrsministerium. ."Die gute Nachricht heute ist, dass es am 7.1. keine Streiks geben wird", sagte Tiefensee. GDL-Chef Schell hatte zuvor unbefristete Streiks im Personen- und Güterverkehr ab Montag angedroht, falls bis dahin kein erfolgreiches Ende der Verhandlungen absehbar sei. Tiefensee sagte nach dem Gespräch mit Schell und Suckale, es sei eine "völlig neue Dynamik" in den Verhandlungen entstanden. Das Vertrauen der Tarifparteien sei gewachsen. Es bestehe auf beiden Seiten eine große Bereitschaft, sich schnellstmöglich zu einigen.Man sei in "ganz wesentlichen Fragen vorangekommen", erläuterte der Minister weiter. Zu den Punkten, bei denen Einigkeit erzielt wurde, gehöre auch die Frage nach einem eigenständigen Tarifvertrag für die GDL. Details wollte Tiefensee nicht nennen. Der "schwierigste Brocken", die Frage der Entgelte, sei allerdings noch zu bewältigen. Die letzten Probleme sollten nun in den nächsten Tagen einer Lösung zugeführt werden. "Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass wir einen Streik verhindern", sagte Tiefensee."Wir sind zuversichtlich"Auch GDL-Chef Schell zeigte sich zuversichtlich für die weiteren  Verhandlungen, die am kommenden Dienstag fortgesetzt werden sollen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die noch strittigen Punkte bis zum 31. Januar 2008 klären können. Dann soll der Tarifvertrag stehen", sagte er. "Wir haben uns in den bisherigen Verhandlungsrunden in wesentlichen Punkten angenähert, sind aber noch nicht am Ziel. So gibt es insbesondere beim Entgelt noch Knackpunkte, die wir nun aus dem Weg räumen müssen. Auch im Bereich der Arbeitszeit sind noch Fragen offen", erläuterte Schell.Die Gewerkschaft hatte zuletzt Entgelterhöhungen von mindestens zehn Prozent gefordert. Die Bahn hatte acht Prozent geboten sowie weitere fünf Prozent durch bereits geleistete oder zukünftig zu leistende Überstunden in Aussicht gestellt, dieses Angebot allerdings wieder zurückgezogen, nachdem die GDL die Verhandlungen am 20. Dezember für gescheitert erklärt hatte. Danach hatte Tiefensee die Parteien wieder zurück an den Verhandlungstisch gebracht. Seither verhandelten beide Seiten an einem geheimen Ort. Noch am Samstag dauerten die Gespräche rund fünf Stunden an, bevor die Spitzen von Bahn und GDL mit Tiefensee zusammenkamen.