04.01.2008

Nachrichtenarchiv 04.01.2008 14:41 Christ in Malaysia klagt gegen islamische Bestattung seiner Frau

In Malaysia klagt ein christlicher Witwer gegen die islamische Bestattung seiner Frau. Einen Tag nach ihrem Tod am Sonntag informierte ein islamisches Gericht den Mann, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tod zum Islam übergetreten sei, wie die in Singapur erscheinende Tageszeitung "The Straits Times" (Freitag) berichtete. Der Witwer bestreite dies vehement.
Der Fall ist der zweite in Malaysia binnen zwei Jahren. Im Dezember 2005 hatte ein islamisches Gericht die Bestattung eines Hindus nach islamischem Ritus verfügt. Auch er soll auf dem Sterbebett zum Islam übergetreten sein, ohne seine Ehefrau und Familie darüber informiert zu haben. Weil die Witwe das Gegenteil nicht nachweisen konnte, sah ein islamisches Gericht den Religionswechsel als gegeben an und verweigerte ihr die Bestattung nach hinduistischem Ritus.
Im Januar 2006 erlaubte allerdings ein islamisches Gericht die Bestattung einer ethnischen Malaiin nach buddhistischem Ritus.
Die gebürtige Muslima war nach der Ehe mit einem Chinesen zum Buddhismus übergetreten und hatte vor ihrem Tod schriftlich festgehalten, als Buddhistin bestattet werden zu wollen. Die weltlichen Behörden hatten sich zu Lebzeiten der Frau geweigert, die neue Religion in ihre Papiere einzutragen.
Von den rund 27 Millionen Einwohnern Malaysias sind mehr als 60 Prozent Muslime; rund eine Million sind Christen. Zudem gibt es Hindus, Sikhs, Buddhisten, Konfuzianer und Animisten.