02.01.2008

Nachrichtenarchiv 02.01.2008 06:18 Papst: Ruhrbistum brachte die Kirche den Menschen näher

Das Bistum Essen hat am Neujahrstag seine Gründung vor 50 Jahren gefeiert. "Vieles ist in diesem halben Jahrhundert zum Wohl und Heil der Menschen an Ruhr und Lenne geschehen", heißt es in einem Grußwort von Papst Benedikt XVI., das der Apostolische Nuntius Erzbischof Jean-Claude Perisset beim Festgottesdienst im Essener Dom vorlas. Die Bistumsgründung aus Teilen der Diözesen Köln, Paderborn und Münster habe sich bewährt. Dadurch sei die Kirche den Menschen im Ballungsraum des Ruhrgebiets näher gekommen, so der Papst. Sie habe sich dem Wandel der Region gestellt und Gottes Gegenwart in der Lebens- und Arbeitswelt sichtbar gemacht. Heute braucht die Diözese nach den Worten von Benedikt XVI. einen "neuen geistlichen Aufbruch". Dafür stehe das Motto des Jubiläumsjahres "Leben im Aufbruch". Die Strukturreform der Diözese gehöre zu den "Zeichen der Zeit". Dazu zählten auch der Priesterrückgang und ein Mangel an Christen, die den Glauben entschieden öffentlich lebten. In dieser Situation sollten die Katholiken im Ruhrgebiet unterscheiden, "was dem Evangelium entspricht und was nicht zu Gottes Präsenz gehört". Sie sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf die Glaubensweitergabe im Alltag, im Gebet und in den Sakramenten. Auch Bischof Felix Genn, der dritte Oberhirte des Ruhrbistums, ging auf die Veränderungen in 50 Jahren ein. Schon zur Zeit der Bistumsgründung habe der Wandel begonnen. Die Welt der Industrie sei vergangen. Parallel habe sich im Ruhrgebiet ein "religiöser Strukturwandel" vollzogen. "Durch Globalisierung und Migration ist ein vielfältiger religiöser Raum entstanden, der die Katholiken mancherorts zur Minderheit werden lässt", so Genn.