22.12.2007

Nachrichtenarchiv 22.12.2007 07:36 Wegen Prager Veitsdom will Kardinal vor Straßburger Gericht

Im seit 15 Jahren andauernden Streit um den Prager Veitsdom wird eine neue Runde eingeläutet. Die katholische Kirche legte Berufung gegen ein Urteil des Prager Bezirksgerichts ein. Das hatte die Kirche im September dazu verpflichtet, die Kathedrale erneut dem tschechischen Staat zu überantworten. Nach dem Einspruch der Kirche müssen sich die zuständigen Richter zum dritten Mal mit dem Fall befassen. Das Bezirksgericht hatte in vorangegangenen Prozessen das wichtigste böhmische Gotteshaus zweimal der Kirche zugeschlagen. In der dritten Verhandlung folgten die Richter jedoch der gegenteiligen Ansicht des höchsten tschechischen Gerichtes. Das wiederum berief sich auf eine kommunistische Regierungsverordnung von 1954, die den Veitsdom zum Eigentum des tschechoslowakischen Volkes erklärt hatte. Daraus leite sich auch der Eigentumsanspruch des Staates ab. Der Prager Kardinal Vlk hatte mehrfach betont, die Kirche werde alle Rechtsmittel ausschöpfen und notfalls vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ziehen.