29.11.2007

Nachrichtenarchiv 29.11.2007 17:47 Fachleute: Lehrpläne für Islamunterricht noch unzureichend

Fachleute haben eine Debatte über die Inhalte der Lehrpläne für den islamischen Religionsunterricht in Deutschland befürwortet. "Die bisherigen Lehrpläne sind ungeeignet für ein gänzlich neues Fach, wie es der islamische Religionsunterricht in Deutschland nun einmal ist", sagte der Islamwissenschaftler Michael Kiefer am Donnerstag in der Evangelischen Akademie Tutzing. Zwar leisteten die ersten Schulversuche, die es bislang bereits in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen gebe, einen "ersten wichtigen Beitrag zur Erprobung", so Kiefer. Auch seien die Beteiligungsquoten mit rund 80 Prozent in den meisten Schulen sehr gut. Doch seien die bestehenden Lehrpläne "Platzhalter", die verbessert werden müssten.
Eine inhaltliche Diskussion über den islamischen Religionsunterricht forderte Ali Dere von der staatlichen türkischen Religionsbehörde.
Lehrpläne müssten genaue Informationen über Inhalte und Ziele enthalten und methodisch wie inhaltlich fundiert sein. Für die Erarbeitung der Lehrpläne sollten Fachgremium mit Vertretern einzelner Gemeinden und Theologen gebildet werden. Diese könnten dann auch offiziell als Ansprechpartner für die Bildungsministerien fungieren.