29.11.2007

Nachrichtenarchiv 29.11.2007 13:47 Bischöfin kritisiert Sterbehilfe-Verein "Dignitate"

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat den in Hannover ansässigen Sterbehilfe-Verein "Dignitate" scharf kritisiert. "Aus der Sicht der Kirche ist es wichtig, die "Würde" von sterbenden Menschen zu schützen", sagte Käßmann am Donnerstag vor der in Hannover tagenden Landessynode. Genau dies tue "Dignitate" aber nicht. Der Verein führe deshalb zu Unrecht seinen Namen, der auf deutsch Würde heiße.
Diese gewerbliche Sterbehilfe sei ein Geschäft mit der Angst und dem Tod und gerade keine liebevolle Zuwendung für den Einzelnen. "Da gibt es kein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis, sondern eine schnelle Entscheidung und dann bei Anruf Gift", sagte die Bischöfin der mit rund drei Millionen Protestanten größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Die Kirche müsse die Sterbebegleitung in den Hospizen und durch die ambulante Hospizversorgung sowie die schmerzlindernde Palliativmedizin weiter intensivieren.
In ihrem Bericht vor dem Kirchenparlament, das noch bis diesen Freitag tagt, rief Käßmann dazu auf, in die Kinder zu investieren. In Deutschland sei jedes sechste Kind unter sieben Jahren auf Sozialhilfe angewiesen. 1965 sei es noch jedes 75. Kind gewesen.
"Sozial benachteiligte Kinder ernähren sich ungesünder, bewegen sich weniger, bleiben immer häufiger in isolierten Wohnvierteln unter sich und haben nur mangelhafte Ausbildungschancen", sagte Käßmann.