28.11.2007

Nachrichtenarchiv 28.11.2007 16:42 Bundeswehroffiziere fordern militärischen Rückzug aus Afghanistan

Bundeswehroffiziere des Arbeitskreises "Darmstädter Signal" haben an die Bundesregierung appelliert, den Militäreinsatz in Afghanistan zu beenden. Frieden und der Wiederaufbau der Zivilgesellschaft seien mit den bisherigen Mitteln nicht erreichbar, erklärte die Initiative nach einem Treffen in Boppard am Mittwoch. Der Zusammenschluss von rund hundert aktiven und ehemaligen Offizieren der Bundeswehr forderte einen zivil ausgerichteten Friedensplan und die Einsetzung eines deutschen Sonderbeauftragten für Afghanistan.
Durch das militärische Eingreifen ausländischer Truppen hat sich nach Ansicht des "Darmstädter Signals" die Sicherheit der afghanischen Bevölkerung zunehmend verschlechtert. Der mit Unterstützung deutscher Tornados geführte Luftkrieg müsse sofort eingestellt werden, verlangten die Offiziere. Auch der "Anti-Terror-Kampf" sei rechtswidrig, denn er entziehe sich öffentlicher Kontrolle. Jeglicher militärischer Einsatz in Afghanistan müsse von den Vereinten Nationen legitimiert und geführt werden. Kritik übten die Offiziere auch an der Projektarbeit in dem islamischen Land. Die Programme staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen zum Wiederaufbau seien unzureichend koordiniert und häufig über die Köpfe der Bevölkerung hinweg begonnen worden. Außerdem fördere die Vermischung von Aufgaben der Zivilregierung und ausländischer Organisationen Korruption, Kriminalität und Gruppenkonflikte. "Die Hilfe muss endlich bei der Bevölkerung Afghanistans ankommen", forderte der Arbeitskreis.