18.11.2007

Wanke zum Ende des Elisabeth-Jahres Über die Kirchen hinaus beachtet

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben das Gedenkjahr für die heilige Elisabeth von Thüringen am Sonntag in Eisenach feierlich abgeschlossen. Den ökumenischen Festgottesdienst leiteten der evangelische Landesbischof Christoph Kähler und der katholische Erfurter Bischof Joachim Wanke. Elisabeth hätte weit über die Kirche hinaus zu Taten der Barmherzigkeit angespornt, sagte Bischof Wanke im domradio-Interview. Ihr Biographie zeige, dass, wer den Himmel ernst nehme auch für die Erde tauglich werde.

Die Landgräfin wird für ihre Sorge um Arme und Kranke weltweit verehrt. Anlässlich ihres 800. Geburtstags gab es bundesweit mehrere hundert Gottesdienste, Vorträge und Konzerte. Thüringen beteiligte sich mit einer großen Landesausstellung über Elisabeth auf der Wartburg.Elisabeth - über die Kirche hinaus beachtetDer Erfurter Bischof Joachim Wanke würdigte das Gedenkjahr als gelungene Geburtstagsfeier. Elisabeths Leben und Wirken sei über die Kirchen hinaus stark beachtet worden. Elisabeth hat vor allem Barmherzigkeit geübt - mit ihrem Namen verbindet sich auf besondere Weise die Vorstellung der sogenannten Sieben Werke der Barmherzigkeit. In einem Sozialstaat müsse Barmherzigkeit heute im Zwischenmenschlichen geübt werden, erläutert Bischof Wanke im domradio-Interview. Die Einsamkeit vieler Menschen sei heute eine große Herausforderung, auch für die Kirchen. "Wo Kirche ist muss auch irgendwie Caritas drin sein". Die sieben Werke könnten für unser Land und unseren Alltag wiederentdeckt werden. Dazu hat Bischof Wanke das Buch "Die sieben Werke der Barmherzigkeit. Gedanken, Meditationen, Visionen" herausgegeben.Der evangelische Landesbischof Christoph Kähler wies Kritik zurück, Staat und Kirche hätten die Landgräfin vermarktet und ihre Zuständigkeitsbereiche vermischt. Elisabeth könne nicht in eine historische Person geteilt werden, für die der Staat zuständig sei, und eine Heilige, die in den kirchlichen Raum gehöre. Not brauche zu allen Zeiten eine christliche Antwort, die politische Wirkungen habe.Kähler ist auch stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).