26.10.2007

Birma: Starke Militärpräsenz in Rangun Erinnern verboten

Auch einen Monat nach Beginn der Proteste ist in Birma noch keine Ruhe eingekehrt. Aus Furcht vor neuen Protesten hat die Militärregierung nun strategisch wichtige Punkte in der Millionenstadt Rangun mit einem massiven Militäraufgebot besetzt.

Bffenbar will sie mögliche Protestveranstaltungen zur Erinnerung an den Beginn der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstands gegen die Militärjunta vor genau einem Monat unterbinden, wie asiatische Medien berichten.Zugleich markiert dieser Freitag das Ende des buddhistischen Fastenmonats. Wie der römische Pressedienst Asianews meldet, warb die Junta falsche Mönche an, die zu diesem Anlass die traditionelle Reisgabe annehmen sollen. Dagegen hätten Klosterobere dazu aufgerufen, keinerlei Geschenke von der Militärregierung anzunehmen. Zum Ende des Fastenmonats schenken Gläubige den Mönchen Gewänder, Speisen und andere Dinge für den täglichen Bedarf. Die Regierung habe seit zwei Tagen Mönche rekrutiert, die an staatlichen Feiern zum Fastenende teilnehmen sollen, so Asienews.Gruppe von 15 Mönchen als ProtestführerAm Freitag wurden erstmals auch Einzelheiten über die Organisation der Protestwelle öffentlich. Eine Gruppe von 15 jungen Mönchen habe sie begonnen, berichtet die Tageszeitung "International Herald Tribune" unter Berufung auf den 24 Jahre alten birmanischen Mönch Ashin Kovida. Ihm war die Flucht in den Norden Thailands gelungen. Er bezeichnet sich laut dem Blatt als gewählter Anführer dieser Gruppe, die sich von dem Volksaufstand in Jugoslawien gegen die Regierung von Slobodan Milosevic "inspiriert gefühlt" habe.Acht Mitglieder aus der Gruppe der Protestorganisatoren würden seit der Niederschlagung der Demonstrationen vermisst, sechs würden sich in Rangun verstecken. Er selbst habe sich falsche Papiere beschafft, die Haare blond gefärbt und ein Kreuz um den Hals gehängt, um unerkannt über die Grenze nach Thailand zu gelangen. Die Zeitung wies darauf hin, dass bisher nicht alle Einzelheiten der Berichte des Mönchs von unabhängigen Quellen bestätigt worden seien. Jedoch gelte die maßgebliche Rolle Ashin Kovidas während der Proteste als gesichert.