23.10.2007

Nachrichtenarchiv 23.10.2007 13:47 EU-Gericht kippt VW-Gesetz

Das VW-Gesetz zum Schutz des Autobauers vor feindlichen Übernahmen verstößt gegen EU-Recht. Das urteilte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Für den deutschen Autobauer hat diese Entscheidung große Konsequenzen. 1960 trat das Gesetz in Kraft, als VW privatisiert wurde. Es sollte ein Bollwerk gegen Übernahmen sein und sicherte dem Land Niedersachsen eine starke Stellung bei Volkswagen. Nun ist dieses Gesetz gekippt und hat für VW voraussichtlich Konsequenzen: Denn Hauptaktionär Porsche, der bisher 31 Prozent der VW-Anteile hält, steht bereits in den Startlöchern, um die Macht bei dem Wolfsburger Autoproduzenten zu übernehmen. Bisher waren die Stimmrechte durch das VW-Gesetz für jeden Aktionär auf 20 Prozent begrenzt - unabhängig von der Höhe des Aktienbesitzes. Experten gehen davon aus, dass jetzt, wenn Porsche die Kontrolle übernimmt, ein kompletter Umbau bei VW bevorsteht. Denn Porsche-Chef Wiedeking gilt als knallharter Kostenkiller. Bei Porsche gibt es derzeit zwar noch keinen Beschluss des Aufsichtsrates, die VW-Beteiligung weiter aufzustocken. Doch dies könnte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.