17.10.2007

Nachrichtenarchiv 17.10.2007 11:42 Unicef: 80 Prozent der Malariaopfer sind Kinder

Trotz verbesserter Vorsorgemaßnahmen sterben jährlich weiterhin rund eine Million Menschen an Malaria. 80 Prozent von ihnen seien Kinder unter fünf Jahren, heißt es im neuesten UNICEF-Bericht "Malaria und Kinder", den das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Köln veröffentlichte. Unicef beklagte insbesondere den mangelnden Einsatz von Moskitonetzen und eine weiterhin unzureichende medizinische Versorgung.

Vor allem in ländlichen Gebieten Afrikas nutzen den Informationen zufolge nur die wenigsten Kinder die Netze, obwohl sich deren Produktion zwischen 2004 bis 2006 von 30 auf 63 Millionen mehr als verdoppelte. Würden diese Netze flächendeckend eingesetzt, könnte die Sterblichkeit bei Kleinkindern im südlichen Afrika nach Angaben von Unicef um nahezu ein Fünftel gesenkt werden.

Das Kinderhilfswerk bemängelt außerdem die medizinische Versorgung. Nur jedes dritte Kind erhalte Medikamente. Vielfach würden auch noch veraltete Wirkstoffe verabreicht, gegen die die Erreger Resistenzen entwickelt hätten. Neue lebensrettende Kombinationspräparate seien aber zehn Mal teuerer als die alten Wirkstoffe. Als ersten Erfolg wertete es der Bericht, dass inzwischen fast alle afrikanischen Länder ihre Gesundheitspolitik geändert hätten und den Einsatz moderner Medikamente unterstützten.