17.10.2007

Nachrichtenarchiv 17.10.2007 07:42 Ruhrbischof Genn kritisiert Debatten über Minarette

Der Essener katholische Bischof Felix Genn sieht hinter Moscheebauprojekten in Deutschland keine verborgenen Machtansprüche von Muslimen. "Das unterstelle ich niemandem", sagte er in Essen. Allerdings würde er "hellhörig" und bekäme "Bauchweh", wenn Muslime ihm sagten: "Das ist ein Zeichen des Triumphes und wir werden demnächst siegen." In diesem Fall würde er sich klar äußern, betonte Genn, in dessen Bistum so viele Muslime wie in keiner anderen deutschen Region leben. Bei vielen Menschen nehmen nach Einschätzung von Genn wegen islamistischer Gewaltakte die Ängste vor Muslimen zu. Doch generelles Misstrauen sei nicht angebracht. Die wachsende Zahl an Bekenntnissen der Islamverbände in Deutschland zu westlichen Werten sollten ernst genommen werden. "Es gibt keine Alternative zum Dialog. Verdächtigungen und Misstrauen sind wie ein Wurm, der die gute Pflanze des Dialogs zerstört", so der Oberhirte. Muslime müssten sich aber sagen lassen, dass Christen in islamischen Ländern nicht dieselbe Toleranz erführen wie sie hier. Der Bischof rief die Christen in Deutschland auf, stärker Flagge zu zeigen. Genn: "Es gibt viele islamische Gläubige, die von ihrer Sache sehr überzeugt sind. Das ist eine Herausforderung, uns selbstbewusst zu zeigen." - Verschiedene Moscheeprojekte in deutschen Städten hatten in den vergangenen Monaten für Debatten gesorgt.