09.10.2007

Neue Dauerausstellung in Leipzig Was die DDR einmal war

Kraftvoll klingt es aus dem Lautsprecher: "Die Partei, die Partei, die hat immer recht". Von weiter hinten dröhnt "Wir sind das Volk!" Schon akustisch gibt die neue Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig einen Eindruck von dem, was die DDR einmal war.

Mit Jeans,  Stalin-Büsten und dem Arbeitstisch von Präsident PieckRund 3000 Gegenstände wurden für die Ausstellung umgeordnet beziehungsweise neu angeschafft. Die Schau wird von wuchtigen Gegenständen bestimmt, von denen manche wie Sammler-Trophäen wirken. So ist ein Ensemble von Stalin-Büsten in seiner Aussage ebenso belanglos wie der Tisch aus dem Arbeitszimmer von DDR-Präsident Wilhelm Pieck, an dem einst das SED-Politbüro seine Sitzungen abhielt. Bedrückend wirk ein unscheinbarer Barkas-Transporter, der zur rollenden Gefängniszelle umgebaut worden war. Auch eine aus durchsichtigem Acryl gefertigte abhörsichere Kabine aus der DDR-Botschaft in Wien ist zu sehen.Es sind eher die kleinen Dinge, die den Besuchern die DDR nahe bringen sollen. "Wir versuchen, zwischen dem selbst Erlebten und der großen Geschichte zu vermitteln", erläutert der wissenschaftliche Mitarbeiter Bernd Lindner das Konzept. Und so wird eine aus dem Westen eingeschmuggelte Jeans gezeigt, die den Freiheitsdrang der DDR-Bürger ebenso symbolisiert wie den allgegenwärtigen Mangel an Konsumgütern.Die Geschichte geht weiter, lautet die BotschaftDa ist das Schwert, das der Schmied Stefan Nau 1983 auf dem Kirchentag in Wittenberg symbolisch zur Pflugschar umbog. Da ist ein Brief vom Oktober 1989, in dem sich die Freiwillige Feuerwehr in Plauen vom Einsatz der Löschwagen gegen Demonstranten distanziert. Und da sind Schlüsselbunde, die DDR-Flüchtlinge vor ihrem Sprung über den Zaun der BRD-Botschaft in Prag zurückließen - "als Symbol dafür, dass sie mit der DDR abgeschlossen hatten", wie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Kornelia Lobmeier erläutert.Die Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum endet jedoch nicht mit dem Untergang der DDR. Sie thematisiert die Abwicklung der DDR-Wirtschaft durch die Treuhandanstalt ebenso wie die aktuellen Probleme Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland und die Abwanderung. Und sie entlässt ihre Besucher mit tagesaktuellen Zeitungsmeldungen, die auf einem Monitor eingeblendet werden. Die Geschichte geht weiter, lautet die Botschaft.