21.09.2007

Nachrichtenarchiv 21.09.2007 16:15 Regensburgs Bischof lehnt Verantwortung für Pädophilen -Fall ab

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller
hat persönliche Konsequenzen aus den Missbrauchsvorwürfen gegen einen
Pfarrer seiner Diözese ausgeschlossen. Vor Journalisten sagte Müller
in Regensburg: «Die Verantwortung für die Tat trägt der
Täter.» Er sei nicht verantwortlich für alles das, was seine
Geistlichen «in diesem Bereich» tun.

Müller verteidigte die Entscheidung, den im Jahr 2000 wegen
sexueller Übergriffe in Viechtach verurteilten Priester vier Jahre
später in Riekofen im Landkreis Regensburg eingesetzt zu haben. Ein
Gutachten habe keine pädophile Fixierung festgestellt, der 39-Jährige
habe alle juristischen Auflagen erfüllt. «Wenn Jesus auch den
schlimmsten Sündern verziehen hat, wie konnte man dem Pfarrer da eine
zweite Chance versagen», argumentierte Müller.

Der frühere Pfarrer von Riekofen sitzt in Untersuchungshaft, weil
er einen Ministranten mehrmals sexuell missbraucht haben soll. Der
Geistliche ist wegen ähnlicher Vergehen an zwei Jungen in einer
anderen Gemeinde bereits einschlägig vorbestraft. Dennoch wurde er
von Bischof Müller erneut als Gemeindepfarrer eingesetzt. Dieses
Vorgehen hat dem Bischof scharfe Kritik eingebracht.