20.09.2007

Bischof Heinz-Josef Algermissen zum Vorschlag einer befristeten Ehe "Pauli ist eine Zumutung"

Der Fuldaer Bischof Heinz-Josef Algermissen fordert von der CSU einen Parteiausschluss der Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Dem Sender Hit Radio FFH sagte Alermissen, Paulis Vorstoß für eine Befristung der Ehe widerspreche dem Grundgesetz, aber auch allem, was die Kirche über den Schutz der Ehe und die Moral formuliert habe. "Frau Pauli ist wirklich eine Zumutung in der Politik", fügte der Bischof hinzu. Führende CSU-Politiker äußerten sich in ähnlicher Weise.

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat nach Einschätzung des designierten bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (beide CSU) keine Chance auf eine Wiederwahl in den Parteivorstand. Pauli habe sich völlig außerhalb der CSU positioniert, sagte Beckstein am Donnerstag dem Nachrichtensender N24.Wo auch immer er hinkomme, gebe es nur allgemeines Kopfschütteln über Paulis Programm für den CSU-Vorsitz. Er kenne niemanden in der Partei, der den Vorschlag der Landrätin zur Befristung der Ehe überhaupt diskutiere. "Ernst nehmen kann man sie beim besten Willen nicht mehr", betonte Beckstein. Das werde sicher auch auf dem Parteitag für Pauli Konsequenzen haben. Die Landrätin will auf dem Parteitreffen Ende nächster Woche für den CSU-Vorsitz kandidieren. CSU-Vize Ingo Friedrich sieht für Pauli keinen Platz mehr in der Partei. "Wer solche Vorstellungen äußert, gehört nicht mehr in die CSU", sagte er in Brüssel. Pauli pfeife auf die Grundwerte der Partei. Sie habe jetzt den letzten Funken Seriosität verspielt. Es verstärke sich der Eindruck, dass die Landrätin "allein nach einem großen Medienecho giert". Die Landrätin hatte bei der Vorstellung ihrer programmatischen Schwerpunkte am Mittwoch gefordert, dass eine Ehe nach sieben Jahren rechtlich auslaufen solle. Nach dieser Zeit könnten sich beide Partner «aktiv» für eine Verlängerung aussprechen. Auch CSU-Chef Edmund Stoiber legte ihr daraufhin nahe, sich um die Aufnahme in eine andere Partei zu bemühen. Der Berliner CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer kommentierte Paulis Vorstoß mit dem Satz: "Jedes Hirn hat seine Gespinste." CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann sprach von einer "absurden Forderung". Die CSU halte am hohen Wert der Ehe fest.