28.08.2007

Seit 18 Jahren betreibt Karla Schefter ein Krankenhaus in Afghanistan Praktizierter Frieden

Buchstäblich aus dem Nichts hat die heute 65-jährige Deutsche Karla Schefter unter dem Taliban-Regime in der afghanischen Provinz Wardak ein Krankenhaus aufgebaut. Es ist das Einzige in einer Provinz mit 400.000 Einwohnern. 7000 Menschen werden dort jeden Monat behandelt. Ihre Arbeit betrachtet die Krankenschwester als "praktizierten Frieden".
Ein Medikamentzuschuss des Auswärtigen Amtes ist nach Schefters Angaben vor kurzem gestrichen worden. Das Krankenhaus finanziert sich fast ausschließlich durch Spenden aus Deutschland.

Die langjährige deutsche Entwicklungshelferin in Afghanistan, Karla Schefter, fordert mehr humanitäre Hilfe für das Land. "Wenn von deutscher Unterstützung für Afghanistan die Rede ist, geht es immer nur um Soldaten und Schutztruppen", sagt die ehemalige Dortmunder OP-Schwester. Militärisch seien die Probleme des Landes nicht zu lösen. Zudem habe man seit 2002 die Entwicklung in den Provinzen sträflich vernachlässigt.Vor kurzem ist Karla Schefter knapp einem Anschlag der Taliban entgangen und daher vorzeitig zu einer Reise nach Deutschland aufgebrochen. "Ausländer bedeuten einfach Gold in Afghanistan", sagte Schefter. Trotz der Sicherheitsprobleme will sie im Frühjahr nach Afghanistan zurückkehren. Bis dahin sammelt sie in Deutschland Spenden für das Krankenhaus. Sicherheitslage verschlechtertIn der Provinz Wardak habe sich die Sicherheitslage in den vergangenen Wochen teilweise "dramatisch" verschlechtert, beschreibt Schefter. Auch die beiden deutschen Ingenieure wurden in dieser Provinz entführt. "Früher gab es eine klare Front, jetzt haben Hinterhältigkeiten, Kriminalität, Entführungen überhand genommen", beklagt Karla Schefter. Kriminelle Banden und Taliban-Gruppierungen könne man kaum voneinander trennen.Die schlechte Sicherheitslage sorgt nach Schefters Worten auch unter den ausschließlich afghanischen Mitarbeitern des Krankenhauses für große Unsicherheit. Gerade die besser ausgebildeten Ärzte seien oft nicht mehr bereit, in die Provinz zu gehen. "Und wenn sie Töchter haben, wünschen sie sich Ausbildungsmöglichkeiten, die es - wenn überhaupt - nur in der Hauptstadt Kabul gibt."Spendenkonto: Volksbank Krefeld, BLZ 320 603 62, Kontonummer 555 555 555, Stichwort: "Karla Schefter"