24.08.2007

Bischof Reinelt im domradio: Nicht Rechtsextremismus ist im Osten das Problem "Der Westen muss helfen"

Die Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln ist für den Bischof von Dresden-Meißen, Joachim Friedrich Reinelt, kein Beleg für einen latenten Rechtsextremismus in Ostdeutschland. Rechte Parolen und Gewalt seien ein europaweites Problem. Der Osten habe vielmehr damit zu kämpfen, dass die christliche Botschaft nicht mehr die Menschen erreiche. Im domradio-Interview fordert er deshalb: "Hier muss der Westen helfen."

"Wir brauchen eine Stimme, die ganz Deutschland erreicht"Im Osten leben diejenigen, die nichts mehr von der heiligen Schrift und heiligen Werten verstehen. "Wir müssen die Öffentlichkeit deutlicher kontaktieren. Wir brauchen eine Stimme, die ganz Deutschland erreicht." Die Menschen hätten vergessen, dass in erster Linie die Würde des Menschen gilt, so Reinelt. "Es ist zum Weinen, wenn man sieht, wie Menschen mit Menschen umgehen. Das ist eigentlich das bedrohliche Signal aus Mügeln." Die meisten Menschen im Osten seien sehr ausländerfreundlich gesonnen. Das Problem hier sei ein anderes: "Man geht miteinander um, als wäre der andere ein Konkurrent. Und dieses ständige Konkurrenzdenken ist eine Gefährdung des Miteinanders." Reinelts Appell: "Die Menschen brauchen eine neue Freundschaft untereinander."