13.08.2007

Ruhrbistum Essen feiert 2008 sein 50-jähriges Bestehen Aufbrechen statt Aufgeben

Angspannte Finanzlage, Mitgliederschwund und Stellenkürzungen: Das Ruhrbistum Essen hat sich in den vergangenen Jahren vielen Herausforderungen stellen müssen. Am 1. Januar 1958 wurde es gegründet und hatte damals noch 1,6 Millionen Mitglieder. Heute sind es knapp 950.000. Gefeiert werden soll im Jubiläumsjahr 2008 dennoch.

Feier mit den Mutterbistümern"Leben im Aufbruch" - unter diesem Motto möchte das katholische Ruhrbistum Essen nächtes Jahr sein 50-jähriges Bestehen begehen. Damit wolle man trotz des kirchlichen und gesellschaftlichen Strukturwandels in der Region ein "positives Signal des Aufbruchs" setzen, sagte Bischof Felix Genn am Montag in Essen. "Wir wollen zeigen, dass wir nicht resignieren, sondern aufbrechen", betonte Genn.Zum Auftakt wird am Neujahrstag 2008 ein feierliches Pontifikalamt im Essener Dom stattfinden, an dem auch die Bischöfe der drei "Mutterbistümer" aus Köln, Paderborn und Münster teilnehmen. Zu den offiziellen Geburtstagsfeierlichkeiten am 7. Juni wird der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, erwartet. Ein weiterer Höhepunkt soll ein "Bistumstag" am 8. Juni mit einem Open-Air-Fest auf dem Essener Burgplatz sein, der sich vor allem an Jugendliche richten soll. Für die Herbstferien ist eine Romwallfahrt mit Audienz beim Papst geplant.Keine aufwendige JubelfeierNach Angaben des Beauftragten zur Vorbereitung des Jubiläums, Regens Jürgen Schmidt, solle es angesichts der angespannten Finanzlage jedoch keine aufwendigen "Jubelfeiern" geben. "Wir wollen angemessen und bescheiden feiern, so wie wir es finanziell und personell verantworten können", meinte Schmidt. Angaben über die voraussichtlichen Kosten des Festprogramms seien noch nicht möglich. Das Bistum wird erst Ende 2008 einen langwierigen Prozess der Neustrukturierung beenden.Geschichte des RuhrbistumsIm Jahr 1821 sind die Diözesangrenzen in Deutschland neu geordnet worden, doch erst 100 Jahre später gab es Überlegungen für ein Bistum an der Ruhr. Verhandlungen mit der preußischen Regierung scheiterten jedoch, und es kam 1929 nur zur Gründung der Bistümer Aachen und Berlin. Die kommunale Neuordnung im selben Jahr sprach jedoch weiterhin dafür, möglichst bald ein neues Bistum „Ruhrgebiet" zu errichten. Inzwischen verliefen die Diözesangrenzen quer durch die Städte Duisburg, Oberhausen und Gelsenkirchen. 1951 wurden die alten Pläne zur Gründung eines neuen Bistums wieder aufgegriffen. Die Verhandlungen zwischen dem Vatikan führten 1956 zu einem Vertrag über die Errichtung des Bistums Essen. Danach traten das Erzbistum Köln, das Bistum Münster und das Erzbistum Paderborn Dekanate mit Gemeinden und Katholiken an das Ruhrbistum ab. Die Randgebiete dreier Bistümer hatten somit eine neue Mitte.