30.07.2007

Ministerpräsident zur Schul-Debatte zur Schöpfungslehre "Glauben und Wissenschaft trennen"

In der Debatte um christliches Schöpfungsverständnis und Darwins Evolutionslehre fordert Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus eine klare Trennung von Glauben und Wissenschaft im Unterricht. Er selbst halte den wortwörtlichen Glauben an den biblischen Schöpfungsbericht und auch das so genannte Intelligent Design für biblischen Fundamentalismus, sagte das Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in einem Zeitungs-Interview.

"Glaube und Wissenschaft brauchen Dialog"Damit wies Althaus auch Vorwürfe zurück, er selbst stehe dem Kreationismus nahe. Als Physiker halte er diesen Vorwurf für besonders beleidigend, sagte er gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er habe 2002 ein kreationistisches Schulbuch gewürdigt, weil darin die Meinung vertreten worden sei, dass auch die Evolutionstheorie nicht gegen den christlichen Glauben spreche.Der Ministerpräsident erläuterte, für ihn befänden sich "Glaube und Wissenschaft nicht im selben kulturellen Raum". Darwins Lehre und ihre Weiterentwicklung könnten gut erklären, was der Kulturkreis der Wissenschaft erklären könne. Das Christentum organisiere demgegenüber den Kulturkreis des Glaubens. Beide schlössen sich aber gegenseitig nicht aus und sollten im Dialog miteinander stehen. "Weder die Kultur des Glaubens noch die Kultur der Vernunft darf sich verselbstständigen, und keine der beiden hat einen Absolutheitsanspruch auf Wahrheit", sagte er.Zum Vorstoß der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU), die christliche Schöpfungslehre zum Bestandteil des Biologieunterrichts zu machen, sagte der CDU-Politiker, er halte davon gar nichts. Das werde in der Union auch weithin so gesehen. "Schule muss beide Dimensionen des Denkens vermitteln, aber es wäre gefährlich, die verschiedenen Bereiche zu vermengen." Deshalb müsse die Schulaufsicht sowohl einschreiten, wenn ein Biologielehrer sage, es könne keinen Gott geben, als auch dann, wenn ein Religionslehrer wissenschaftliche Erkenntnisse leugne.