20.07.2007

Bund und Kommunen warnen vor Bahnstreik in Hauptferienzeit "Nicht auf dem Rücken der Urlauber"

Der Deutschen Bahn droht im August ein unbefristeter Arbeitskampf durch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL - müssen Zehntausende nun ihren Urlaub umplanen? Bundesregierung, Städte und Gemeinden befürchten genau das und appellieren an beide Seiten. Doch die Fronten scheinen verhärtet. Die Deutsche Bahn verteidigte erneut ihre Tarifpolitik.

"Auch die Attraktivität Deutschlands würde sinken"Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken (CSU) hat vor einem Bahnstreik in der Hauptferienzeit gewarnt. "Die Tarifauseinandersetzung darf nicht auf dem Rücken der Reisenden stattfinden, die sich das ganze Jahr auf ihren Urlaub gefreut haben", sagte er der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). "Auch die Attraktivität des Reiselands Deutschlands für ausländische Touristen würde sinken", sagte Hinsken.Es bestehe bei einem Streik zu einem solchen Zeitpunkt auch die Gefahr, dass der Marktanteil der Bahn weiter sinkt, betonte der CSU-Politiker. Dieser habe sich von 1995 bis 2006 bereits von acht auf fünf Prozent reduziert. Er appellierte an die Tarifpartner, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Auch die Deutsche Bahn muss sich noch einen Schubs geben", fügte er hinzu.Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund bedauerte das Scheitern der Gespräche zwischen der Bahnspitze und der Lokführergewerkschaft GDL und forderte beide Seiten auf, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der Zeitung, für viele Menschen würde ein solcher Arbeitskampf eine starke Beeinträchtigung der wohlverdienten Ferien bedeuten. Zudem würde ein Streik viele Pendler treffen.Bahn: Werden alles tun, um Streik zu verhindernUnterdessen verteidigte die Deutsche Bahn ihre ablehnende Haltung zu einem von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geforderten eigenen Tarifvertrag mit Gehaltsanhebungen von 31 Prozent. "Wenn wir jetzt anfangen, einer Gruppe 30 Prozent mehr zu geben, oder auch nur 20 oder auch nur 10, wie soll ich das all den anderen erklären", sagte Personalvorstand Margret Suckale am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin".Zu dem drohenden Arbeitskampf sagte sie: "Wir werden nach wie vor alles tun, um den Streik zu vermeiden, denn es kann nicht sein, dass dieser Streit auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird". Zudem zweifelt Suckale offenbar die Bereitschaft für einen längeren Arbeitskampf unter den Zugführern an. "Ich glaube nicht, dass die Lokführer die Bahn so ohne weiteres lahm legen werden und die Kunden im Regen stehen lassen", fügte sie hinzu.