06.06.2007

Geschichte des G8-Gipfels 100 Millionen Euro Sicherheitskosten für ein Kamingespräch

Was als Kamingespräch begann, wurde zu einem festen Termin in der Weltpolitik: Jedes Jahr kommen die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands zu einem Gipfel zusammen. Zur G-8 (Gruppe der Acht) gehören die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Kanada sowie Russland.

Die G-8-Staaten kommen ohne feste Organisation aus. Ihre Treffen sind informell und ihre Beschlüsse rechtlich nicht bindend, aber oft von großer Bedeutung für die Weltwirtschaft und die Weltpolitik. Auf ihnen wurden die Abwertung des US-Dollars, Hilfen für Osteuropa, Schuldenerlasse für Entwicklungsländer und die Schaffung des Globalen Aids-Fonds beschlossen. Die acht Länder stellen 13 Prozent der Weltbevölkerung, verfügen aber über 63 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.Gründer: Altbundeskanzler Helmut SchmidtAls Gründer der G-8-Runde gelten Altbundeskanzler Helmut Schmidt und der französische Ex-Präsident Valery Giscard d'Estaing. 1975 fand auf Schloss Rambouillet bei Paris erstmals ein Sechser-Gipfel statt, noch ohne Kanada und Russland. Anlass waren die Konjunkturschwäche, das Ende des Systems der festen Wechselkurse und die Ölkrise.G7 plus einsLange blieb es eine Gruppe der Sieben (G-7), bis 1998 Russland hinzukam. Als Siebener-Runde treffen sich heute noch manchmal die Finanzminister. Die EU ist bei den G-8-Gipfeln auch vertreten, ohne Mitglied zu sein. Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika, die ebenfalls nach Heiligendamm eingeladen sind, rücken näher an die G-8 heran.Der Schatten von GenuaSeit den 80er Jahren mehren sich die Proteste. Gegner der Gipfel sprechen von einem elitären Club der Reichen, die mit großem Pomp und streng bewacht tagen. Besonders tragisch war der Tod eines Globalisierungskritikers beim G-8-Treffen im Juni 2001 in Genua, der bei einer Demonstration erschossen wurde. Der Gipfel 2005 im schottischen Gleneagles wurde von Terroranschlägen in London überschattet.