04.06.2007

Wissenschaftler stellen der Familienpolitik ein gutes Zeugnis aus Erfolgsfaktor Familie

Eine gute Familienpolitik kann die Wirtschaft eines Landes um einen halben Prozentpunkt wachsen lassen, die Geburtenrate könne in Deutschland auf 1,7 Prozent steigen und auch die Unternehmen würden von familiengerechten Strukturen profitieren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studio, die Familienministerin Ursula von der Leyen am Montag vorstellte.

Familienpolitik auf dem richtigen WegDie Geburtenrate in Deutschland könnte nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) durch eine nachhaltige Familienpolitik bis 2015 von derzeit rund 1,4 auf 1,7 Prozent steigen. Die am Montag in Berlin vorgestellte Analyse im Auftrag des Familienministeriums geht zugleich von einem Wachstumsimpuls von 0,5 Prozent pro Jahr für die deutsche Volkswirtschaft aus. Dazu müssten aber die Frauenerwerbsquote steigen und Kinder besser gefördert werden.Das IW begrüßte daher die familienpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung, wie das Elterngeld und eine bessere Kinderbetreuung. Als Prioritäten für diese Legislaturperiode nannte Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) denn auch die Einrichtung einer guten und flexiblen Kinderbetreuung sowie familienbewusstere Arbeitsstrukturen in Unternehmen.Wegen der mangelhaften Vereinbarkeit von Familien und Beruf werde die im EU-Vergleich hohe Frauenerwerbsquote in Deutschland mit einer starken Kinderlosigkeit bezahlt, beklagte von der Leyen. Sie verwies auf die extrem niedrige Müttererwerbstätigkeit in Deutschland. Familie und Beruf vereinbarenFamilie und Beruf, vor allem für Frauen scheint das immer noch unvereinbar. Es sei denn das Unternehmen kommt seinen Mitarbeitern mit familienfreundlichen Maßnahmen entgegen. Dass sich so eine familienorientierte Personalpolitik für die Unternehmen sogar betriebswirtschaftlich lohnt, auch das hat die Studie gezeigt. Mit 25 Prozent würden sich die Investitionen in familiengerechte Arbeit rechnen.Nur hohe Frauenerwerbsquote sichert SozialstandardDer EU-Kommissar für Wirtschaft und Unternehmen, Günter Verheugen, forderte EU-weit einen besseren Zugang für Frauen zum Arbeitsmarkt. Um den Sozialstandard in Europa zu halten, müsse die Frauenerwerbsquote deutlich steigen. Nach Verheugens Worten will die EU-Kommission darauf drängen, dass künftig Mittel aus den großen Strukturfonds der Gemeinschaft schwerpunktmäßig in Familienpolitik und Kinderbetreuung fließen.Verheugen erklärte, im kommenden Jahr werde die EU-Förderung für Beschäftigung mit 45 Milliarden Euro erstmals die Subventionen für die Landwirtschaft übersteigen. Diese Mittel müssten im nationalen Rahmen so eingesetzt werden, dass gezielt der Ausbau der Kinderbetreuung gefördert werde. Angesichts des baldigen Mangels an qualifizierten Arbeitskräften könne Europa es sich nicht leisten, dass nur 56 Prozent der Frauen berufstätig seien. Ziel sei eine Quote von 70 Prozent. EU-weit solle es künftig für 90 Prozent der Kinder über drei und 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben.