25.05.2007

Tag des vermissten Kindes: Autor fordert Hilfe für Angehörige Registrierte Schicksale

Anita, Benjamin, Jimena - drei Namen, die in einer erschreckenden Liste des Bundeskriminalamtes auftauchen: der Liste der vermissten Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Mehr als 1600 Minderjährige gelten in Deutschland als dauerhaft vermisst. Doch was ist eigentlich mit den Schicksalen, die hinter diesen registrierten Fällen stehen? Peter Jamin hat sich mit Ihnen beschäftigt - und im domradio-Interview einen gesellschaftlichen Skandal angemahnt.

"Vermisst - und manchmal Mord" heißt Peter Jamins Buch. Es soll ein Ratgeber sein für Betroffene, ihre Helfer und für die Mitarbeiter der Polizei. Darin fordert Jamin mehr Hilfe für Angehörige. Politiker, Behörden, aber auch die Medien sollen sich in ihren Zuständigkeitsbereichen mehr für die Betroffenen engagieren. Jamin: Hauptlast wird der Polizei aufgebürdetSeit über 15 Jahren beschäftigt sich der Journalist und Autor Jamin mit dem Thema. In seinem Buch beschreibt er beispielhaft Leidenswege und will vor allem den Betroffenen Auswege aus ihrer Notlage anbieten. Schwerpunkt in "Vermisst - und manchmal Mord" ist auch die Arbeit der Polizei. Der Autor ist davon überzeugt, dass den Beamten noch immer die Hauptlast aufgelegt wird; nicht nur bei der Suche nach Vermissten, sondern auch bei der Beratung und seelischen Unterstützung der Betroffenen. Darum fordert Jamin zusätzliche Hilfe für die Angehörigen. Wie genau Politiker und Sozialmanager in Deutschlands Städten und Gemeinden helfen können, das will Jamin auch mit seinem Buch klären.1.653 Kinder und Jugendliche gelten in Deutschland als verschollen. Das bedeutet, dass alle Spuren zu ihrem Schicksal in den Sand verliefen und die Fahndung der Polizei zu keinen konkreten Ergebnissen führten. Ihre Akten ruhen beim Bundeskriminalamt. Sie werden nur wieder geöffnet, wenn es einen neuen Hinweis gibt. Vor allem "Ausreißer" tauchen in der Vermisstenstatistik aufZu diesen spurlos Verschollenen, kommen aber auch noch die Fälle, die meist schnell wieder von der Polizei geklärt werden können. Nimmt man ihre Schicksale dazu, sind es fast 45.000 Kinder und Jugendliche, die pro Jahr verschwinden. Ein Beispiel: in der vergangenen Woche galt im Saarland der Neunjährige Stefan als vermisst. Er hatte aber die Nacht nur bei einem Freund verbracht. Neben den "Ausreißern" verschwinden Kinder vor allem, weil sie von einem Elternteil ins Ausland entführt werden, einem Verbrechen zum Opfer fallen oder sie verunglücken und ihre Leichen nicht gefunden werden.     "Vermisst- und manchmal MordÜber Menschen, die verschwinden, und jene, die sie suchen"Sachbuch von Peter JaminVerlag VDP 16,90 EUROISBN 978-3-8011-0538-9