15.04.2007

Nachrichtenarchiv 16.04.2007 00:00 Oettinger geht auf Distanz zur Darstellung Filbingers in der Nazi-Zeit

Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger ist von seiner umstrittenen Trauerrede für seinen Amtsvorgänger Filbinger abgerückt. Er distanzierte sich von der umstrittenen Äußerung, Filbinger sei ein Gegner des NS-Regimes gewesen. Der frühere Ministerpräsident hatte in der Nazi-Zeit als Marinerichter an Todesurteilen gegen Wehrmachtsdeserteure mitgewirkt. Wörtlich sagte der baden-württembergische Ministerpräsident: "Ich halte meine Formulierung nicht aufrecht, sondern ich distanziere mich davon". Vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums äußerte sich Oettinger. Eigentlich wollte er gar nicht teilnehmen, aber der Druck war zu groß. Bundeskanzlerin Merkel hatte ihn scharf kritisiert. Seine Entschuldigung bezeichnete sie als wichtigen, aber auch notwendigen Schritt. Die SPD und die Opposition kritisierten, der Ministerpräsident habe sich vorsätzlich geäußert, um sich am rechten Rand des Parteinspektrums "bemerkbar zu machen". Der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger hat sich nach der heftigen Kritik an seiner Trauerrede für seinen Amtsvorgänger Filbinger entschuldigt.