14.04.2007

Weltbank: Weltweite Entwicklungshilfe wieder gesunken Milleniumsziele in weiter Ferne

Die Bekämpfung extremer Armut, weitreichende Schulbildung, die Gleichstellung der Geschlechter - nur drei von insgesamt acht so genannten Milleniums-Entwicklungszielen, die 2001 beschlossen wurden. Mit entwickelt wurden die Pläne damals von den Vereinten Nationen und der Weltbank. Nun schlagen die Finanzförderer Alarm. Der Trend geht zu weniger statt mehr Förderung.

Weltbank: Die Hilfe muss besser koordiniert werdenDie weltweite Entwicklungshilfe ist nach Angaben von Weltbank und Weltwährungsfonds (IWF) zwischen 2005 und 2006 wieder gesunken. Die Organisationen riefen deshalb in einem am Donnerstag in Washington veröffentlichten Bericht die Geberländer zu einer raschen Steigerung der Hilfe auf. Ansonsten könnten die vereinbarten Millenniums-Entwicklungsziele nicht erreicht werden.Die Hilfe müsse zudem besser koordiniert werden, verlangte Weltbank-Chefökonom Francois Bourguignon. Die größten Schwierigkeiten beim Erreichen der Ziele bestünden weiter in Südasien und Afrika. Allerdings seien dort auch große Fortschritte etwa beim Schulbesuch oder bei der Bekämpfung von Kinderkrankheiten erzielt worden.Nach Weltbank-Angaben wurden 2005 umgerechnet rund 90 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe geleistet, 2006 dagegen nur noch rund 80 Milliarden. Als Grund wird angeben, dass die hohen Hilfen 2005 durch Schuldenerlasse erzielt worden seien. Nun müssten die Etats aber wieder steigen und durchführbare Pläne entwickelt werden, um das Geld gemäß der Entwicklungsziele auszugeben. Derzeit sei unklar, ob die führenden G8-Industriestaaten tatsächlich ihre Hilfe für Afrika bis 2010 verdoppeln könnten, wie sie es 2005 vereinbart hatten.Großes Problem: Unsauberes TrinkwasserWeltbank und IWF berichten, dass im Vergleich zum Jahr 2000 in Entwicklungsländern 34 Millionen Kinder mehr die Grundschule besuchen. Die Todesrate bei Masern in Afrika sank um 75 Prozent. Die Zahl der Aids-Patienten, die Zugang zu den nötigen retroviralen Medikamenten haben, sei zwischen 2001 und 2006 von 240.000 auf 1,6 Millionen gestiegen.Unterernährung verzeichnen Weltbank und IWF vor allem in Südasien und Afrika. In Afrika südlich der Sahara gebe es auch weiterhin die meisten Malaria- und Tuberkulose-Erkrankungen. In vielen afrikanischen Staaten fehle es zudem weiter an sauberem Trinkwasser. Weltbank und Weltwährungsfonds verlangten, Frauen stärker zu unterstützen und fragile Staaten, deren Institutionen nicht richtig funktionierten, besser zu stabilisieren.