06.04.2007

Deutschlandweit Gottesdienste und Predigten zu Karfreitag Bischöfe rufen zu mehr Nächstenliebe auf

Evangelische und katholische Bischöfe haben am Karfreitag zu mehr Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit aufgerufen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, warnte vor Gleichgültigkeit gegenüber drängenden gesellschaftlichen Problemen. Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter rief dazu auf, eine neue Beziehung zu Gott aufzubauen.

"Nicht unttätig danebenstehen"Im Kreuz Jesu habe Gott das durch die Sünde gestörte Verhältnis zum Menschen wieder herstellen und in Ordnung bringen wollen, sagte der emeritierte Erzbischof Wetter bei der Karfreitagsliturgie im Liebfrauendom.Wer über die Ursachen des Kreuzestodes Jesu nachdenke, könne nicht untätig daneben stehen, sagte Bischof Huber in der Berliner St. Marienkirche: "Der Blick des Glaubens auf den Gekreuzigten regt an zum eigenen Tun." Schon Kinder entwickelten heute zum Beispiel ein Bewusstsein für den dramatischen Klimawandel, fügte der Berliner Bischof hinzu: "Sie lernen, dass sich in der Zeitspanne ihres Lebens in der Energieerzeugung wie im Energieverbrauch Grundlegendes ändern muss."Das Kreuz als "Provokation zur Nächsten- und Feindesliebe"Das Kreuz Christi sei für Christen eine "Provokation zur Nächsten- und Feindesliebe", erklärte der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich in seiner Karfreitags-Botschaft. Deshalb sollten sich Christen den Menschen zuwenden, "die keine Kraft mehr haben, die schwer erkrankt sind, die niedergedrückt leben ohne Hoffnung". Vor allem alte und demente Menschen sehnten sich nach Nähe und Wärme.Karfreitag ist nach den Worten der Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter mehr als nur das Gedenken an das Einzelschicksal Jesu. Karfreitag erinnere auch an Demütigungen, Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen in allen Teilen der Welt, sagte die Bischöfin in ihrer Karfreitagsbotschaft. "Wir sind aufgerufen, aufmerksam auf unsere Mitmenschen zu sehen und uns einzumischen."