01.04.2007

Verbände, Unternehmen und Parteien verschicken wieder Aprilscherze Knut soll Hühner retten und Ikea baut Autos

Das Berliner Eisbärenbaby Knut soll Hühner retten und der schwedische Möbelhersteller Ikea baut jetzt schicke Kleinwagen: Zum 1. April haben Verbände, Unternehmen und Parteien wieder versucht, vermeintlich spektakuläre Nachrichten zu verbreiten und damit Leser, Zuschauer und Hörer in den April zu schicken.

So sollen laut der internationalen Tierrechtsorganisation PETA künftig Hühner mit weißem Fell und großen Kulleraugen gezüchtet werden. '"Dadurch soll erreicht werden, dass die Öffentlichkeit dieser Tierart die gleiche Sympathie entgegenbringt wie dem Eisbärenbaby Knut", hieß es. So könnten Millionen Hühner vor dem Tod bewahrt werden. Denn: "Wer bestellt schon gerne 'einen halben Knut' in der Kneipe oder auf dem Volksfest?", fragt PETA-Experte A. Scherz. Ikea will angeblich zur Automesse IAA in Frankfurt sein erstes Fahrzeug präsentieren. "Mit seinem Hybridkonzept auf Holzpellet-Diesel-Basis revolutioniert der Kleinwagen die Autoindustrie", hieß es. Das Unternehmen habe schon seit Jahren an einem Zweisitzer mit großem Kofferraum gearbeitet. In Anlehnung an das «Billy»-Regal werde das Auto »Bil« heißen. "Die aktuelle Diskussion zum Klimawandel hat mir gezeigt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, unsere Pläne aus der Schublade zu holen und mit dem Ikea-Kleinwagen auf den Markt zu kommen", sagte Chef-Entwickler Magnus Johansson. Brandenburgs Polizei kündigte "Blitzerbäume" an den Landesstraßen an. Die mit Solarzellen betriebenen Hightech-Bäume, die für Autofahrer äußerlich von gewöhnlichen Bäumen nicht zu unterscheiden seien, sollten Raser durch gestochen scharfe Fotos überführen. Die Thüringer CDU setzte sich die Zukunft der Gartenzwerge auf die politische Agenda. In einer Kleinen Anfrage an den Erfurter Landtag will der Abgeordnete Jörg Schwäblein brennende Punkte klären - zum Beispiel: Ist Thüringen das Land der Gartenzwerge? Falls nein, wann wird es so weit sein? Und wird die Landesregierung den Wettbewerb "Thüringen sucht den Superzwerg" unterstützen? Der nordrhein-westfälische SPD-Landtagsabgeordnete Karl Schultheis will sein Land angesichts des Klimawandels zur Küstenregion ausbauen. Er verlangt Aufklärung, wie die Landesregierung sicherstellen werde, dass die besten Plätze am Strand für die Bürger in NRW reserviert blieben. Und fragt, wie die Landesregierung das regionale Flughafenkonzept ändern werde, "um die zu erwartenden massiven Tourismusströme aus Spanien zu bewältigen". Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) forderte derweil, "betrügerischen und gewerbsmäßigen Zeitdiebstahl" künftig unter Strafe zu stellen. Die Bürger verbrächten täglich "zigtausende von Stunden" als Wartezeit auf einen Ansprechpartner bei Hotlines von Behörden und Dienstleistern". Viele Firmen berechneten diese Wartezeiten und erzielten so Einnahmen in Millionen- bis Milliardenhöhe für eine nicht gewollte Leistung. Dies sei Betrug. Die "Titanic"-Redaktion erklärte ihren Rückzug aus dem Internet und bot die Domain titanic-magazin.de zum Verkauf an. Das Blatt wolle "die Exklusivität der gedruckten Ausgabe" wahren, hieß es zur Begründung. Das Internet sei "ein Irrtum".