30.03.2007

Papst feiert Bußgottesdienst mit Jugendlichen Ermahnung zur uneingeschränkten Nächstenliebe

Papst Benedikt hat am Donnerstag mit mehreren tausend Jugendlichen einen Bußgottesdienst im Petersdom gefeiert. Zur Vorbereitung auf Ostern und mit Blick auf den bevorstehenden Weltjugendtag erinnerte er an das Sakrament der Versöhnung und die Barmherzigkeit Gottes: "Liebet einander, wie ich Euch geliebt habe".

"Was ist eigentlich Liebe" - fragt die 26-jährige Costanza den Papst in ihrer Begrüßung. "Reicht das Interesse, um jemanden zu lieben? Ist Liebe für uns Spaß haben, ohne die Würde des Anderen zu respektieren?" Die Jugendlichen aus den römischen Gemeinden waren gekommen um zu beichten, ihre Seele zu reinigen. Sie wollten Antworten auf ihre Fragen."Das Herz eines jeden Menschen dürstet nach Liebe", so Papst Benedikt in seiner Predigt. "Kein Mensch kann ohne Liebe leben": "Die Liebe Gottes erfüllt sich für die Menschen am Kreuz. Man könnte es mit dem Begriff Agape beschreiben - Liebe, die sich hingegeben hat für das Wohl des anderen, in ganz exklusiver Weise. Aber auch mit dem Wort Eros. Die Liebe, in der Gott den Menschen alles gibt, was er ist. So wie ich es in der Fastenbotschaft beschrieben habe: Es ist eine Liebe, in der das Herz des allmächtigen Gottes ein "Ja" der Menschen erwartet. So wie ein junger Bräutigam das "Ja" seiner Braut. Leider lässt sich der Mensch seit Anbeginn der Schöpfung immer wieder zum Bösen verführen, sich dieser Liebe Gottes zu verschließen, und so verfällt er der trügerischen Illusion der Unabhängigkeit." Papst Benedikt ermahnte die Jugendlichen zur uneingeschränkten Nächstenliebe. Verliebten und Verlobten gab er konkrete Handlungsanweisungen mit auf den Weg: "Ihr jungen Paare, lebt eure Beziehung in wahrer Liebe, die in jedem Augenblick den gegenseitigen Respekt, die Keuschheit und die Verantwortung mit einschließt. Wenn der Herr einige von Euch zum Leben besonderer Weihe, zum Ordensleben oder Priesterdienst beruft, dann seid bereit und antwortet mit einem großzügigen "Ja" - ohne Kompromisse." Hochmut, Geiz, Neid, Zorn Wollust, Maßlosigkeit und Trägheit des Herzens - nach der Gewissenserforschung erteilten die Jugendlichen den sieben "Todsünden" gemeinsam eine Absage. Sie näherten sich dem Herzstück des Bußgottesdienstes: der individuellen Beichte. An die 300 Priester verteilten sich im Petersdom, um den Jugendlichen die Beichte abzunehmen. Beichtväter auf Plastikstühlen im Zwiegespräch mit den jungen Erwachsenen- ein ermutigender Klapps auf die Schulter, eine herzliche Umarmung zum Abschied. Auch Papst Benedikt hatte sich in schlichtem weißen Talar und mit einer violetten Stola bekleidet in einen Beichtstuhl zurückgezogen, um Jugendlichen zuzuhören, die Beichte abzunehmen und das Bußsakrament zu spenden. Papst Johannes Paul II. hatte diesen Brauch eingeführt, in der Karwoche die Rolle des Beichtvaters zu übernehmen. Bevor Papst Benedikt den Jugendlichen den Apostolischen Segen erteilte, erinnerte er sie die Barmherzigkeit Gottes, die sie durch das Sakrament der Versöhnung erfahren durften: "Liebet einander, wie ich Euch geliebt habe."