19.03.2007

Donum vitae Hintergrund

Der Verein bürgerlichen Rechts Donum Vitae (Geschenk des Lebens) wurde 1999 im Zuge des Ausstiegs der katholischen deutschen Bischöfe aus dem gesetzlichen System der Schwangerenkonfliktberatung mit Ausstellung des Beratungsscheins gegründet. Er wählt bei der Beratung von Schwangeren in Konfliktsituationen einen Weg, den der Vatikan unmissverständlich
ablehnt: Die Mitarbeiter geben nach der Beratung den vom Gesetzgeber geforderten Schein aus, der den Zugang zu einer straffreien Abtreibung eröffnet. Nach Einschätzung des Papstes wird dadurch das Zeugnis der Kirche gegen Abtreibung verdunkelt.

Nach Vereinsangaben suchten 2005 rund 36.000 Frauen die bundesweit mehr als 180 Beratungsstellen auf. Politiker wie Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Parlamentsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), der frühere Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) unterstützen die Organisation.Im vergangenen Juni hatten sich die deutschen Bischöfe von Donum Vitae distanziert und festgelegt, dass Kirchenangestellte nicht bei der Schwangerenhilfsorganisation mitarbeiten dürfen. Mit dem Deutschen Caritasverband und dem Sozialdienst katholischer Frauen seien keine institutionellen und personellen Kooperationen möglich. Die Bischöfe ersuchten zudem alle Katholiken, die in kirchlichen Gremien mitarbeiten, "zum Zwecke der größeren Klarheit des kirchlichen Zeugnisses auf eine leitende Mitarbeit in Donum Vitae zu verzichten". In einem am Wochenende bekannt gewordenen Schreiben drängt die Römische Glaubenskongregation jetzt auf eine noch stärkere Abgrenzung. Alle aktiven Gläubigen sollten "auf jegliche Form der Unterstützung verzichten".