12.02.2007

Nach dem Abschied von Anton Schlembach: Wie Speyer zu einem neuen Bischof kommt Es gilt das Bayern-Konkordat

Für die Regelung der Nachfolge des am Samstag kurz nach Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren zurückgetretenen Speyerer Bischofs Anton Schlembach gilt ein 1924 zwischen dem Heiligen Stuhl und Bayern geschlossener Vertrag: das Bayern-Konkordat. Und dies, obwohl das Bistum Speyer nicht in Bayern liegt.

Eines der ältesten Bistümer in DeutschlandDas Bistum erstreckt sich auf die Pfalz im Bundesland Rheinland-Pfalz und auf den Saarpfalz-Kreis im Saarland.Dass dennoch das Bayern-Konkordat für Speyer maßgeblich ist, hat historische Gründe: Das Bistum, eines der ältesten in Deutschland, wurde nach den napoleonischen Wirren in seinen heutigen Grenzen im Jahre 1817 neu errichtet, im damaligen bayerischen "Rheinkreis". Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb es trotz der staatsrechtlichen Trennung der Pfalz von Bayern kirchenrechtlich bei der Bamberger Kirchenprovinz. Von daher auch gehört der Bischof von Speyer neben den Bischöfen der sieben bayerischen Bistümer der Freisinger Bischofskonferenz an.Dem Bayern-Konkordat gemäß sind die Bischöfe dieser sieben Bistümer und der des Bistums Speyer sowie die jeweiligen Domkapitel gehalten, Rom alle drei Jahre eine Liste mit den Namen von drei ihrer Ansicht nach geeigneten Bischofs-Kandidaten zukommen zu lassen. Zudem muss das Domkapitel eines Bistums, dessen Bischofsstuhl vakant geworden ist, unmittelbar danach dem Heiligen Stuhl eine Dreier-Liste von Kandidaten unterbreiten. Aus allen Kandidaten, die in den Listen der Bischöfe und der Domkapitel genannt werden, kann der Heilige Stuhl den neuen Bischof frei auswählen. Vor Veröffentlichung des päpstlichen Ernennungsschreibens versichert sich der Heilige Stuhl im Falle Speyer bei den Landesregierungen in Mainz und Saarbrücken, dass gegen den Kandidaten keine politischen Einwände bestehen."Guten Ruf haben, wenigstens 35 Jahre alt sein"Was im Übrigen die katholische Kirche von einem Kandidaten für das Amt des Bischofs erwartet, steht in deren Gesetzbuch, dem Codex Juris Canonici (CIC). Danach soll er sich auszeichnen durch einen festen Glauben, gute Sitten, Frömmigkeit, Seeleneifer, Lebensweisheit und Klugheit. Er muss einen guten Ruf haben, wenigstens 35 Jahre alt und wenigstens seit fünf Jahren Priester sein. Und er muss den Doktorgrad oder das Lizentiat in einer theologischen Disziplin erworben haben oder in diesen Disziplinen "wirklich erfahren" sein.Wann das Bistum Speyer einen neuen Bischof bekommt, ist kaum abzusehen. In Speyer rechnet man damit frühestens für die zweite Jahreshälfte.