12.02.2007

Familienministerin will Fördermittel umschichten Kinder statt Ehen fördern?

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich für die Erweiterung des Ehegattensplittings um eine "Kinderkomponente" ausgesprochen. Der Vergleich mit Frankreich zeige, "dass wir in Deutschland steuerlich deutlich mehr in die Ehe investieren als in Kinder", sagte sie gegenüber der Düsseldorfer "WirtschaftsWoche".

Der steuerliche Maximalvorteil durch das Ehegattensplitting betrage in Deutschland rund 9.000 Euro, in Frankreich seien es 7.000 Euro, fügte sie hinzu. Wenn heute jedes dritte Kind außerhalb der Ehe geboren werde und diese Eltern mehr Nettoeinkommen haben sollten, "dann müssen wir neue Konzepte entwerfen". Die Ehe bleibe "eine schützenswerte und förderungswürdige Institution", allerdings sei die Frage, "wie sehr sie gefördert wird".Ein Sprecher des Ministeriums erläuterte, mit dem Vergleich habe von der Leyen nicht eine Reduzierung des Steuervorteils beim Ehegattensplitting um 2.000 Euro in Deutschland vorgeschlagen. Konkrete Vorschläge zur Kinderkomponente würden zurzeit im Bundesfamilienministerium erarbeitet und sollten nicht vor Ende des Jahres präsentiert werden.Kindertagesstätten fördernDie SPD will nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" das Kindergeld einfrieren, um Spielraum für die Finanzierung der Betreuung in Kindertagesstätten zu gewinnen. "Anstatt das Kindergeld erneut zu erhöhen, wollen wir das Geld in den Ausbau der Infrastruktur zur frühen Förderung von Kindern investieren", sagte Generalsekretär Hubertus Heil der Zeitung. Seine Partei wolle hier einen anderen Schwerpunkt setzen."Es wird keine Kürzung des bestehenden Kindergeldes geben, sondern ein vernünftiges Umsteuern", versicherte Heil. Zusätzliches Geld sollten "Umschichtungen im Steuerrecht" einbringen. Die SPD werde noch in diesem Monat ein Finanzierungskonzept vorlegen.Familienbund kritisiert die EntscheidungKinder ab einem Jahr fangen zwar an, sich für andere Menschen zu interessieren, aber nur solange die primäre Bindungsperson, in der Regel die Mutter, in der Nähe ist. Das Interesse der Kleinen ist von kurzer Dauer, denn in diesem Alter dominiert noch das Alleinspiel. Der neuerdings ständig benutzte Begriff "frühkindliche Bildung" lenkt uns in die falsche Richtung. Bildung sei für Säuglinge und Kleinkinder letztrangig. Das wichtigste ist die Bindung, denn sie ist das Fundament für die weitere Entwicklung. Das zu frühe Auflösen der Bindung verursacht oft lebenslängliche Beeinträchtigungen in der seelischen und geistigen Entwicklung.