09.02.2007

missio: Ordensmann animierte 400 Kinder per Radio Kirche verhilft Kindersoldaten zur Flucht

Die Kirche hat 400 Kindersoldaten im Norden Ugandas zur Flucht aus der Rebellenarmee verholfen. Die spektakuläre Flucht ermöglichte ein Ordensmann in Uganda, wie missio anlässlich des "Internationalen Tages gegen den Einsatz von Kindersoldaten" am Montag mitteilte. Dabei vertraute er seiner Stimme - und modernster Übertragungstechnik.

"Auf Tore schießen statt auf Menschen"Der Missionar baute mit Unterstützung der "Aktion Volltreffer" einen Hörfunksender auf und rief darüber die Kindersoldaten immer wieder auf, die Waffen wegzuwerfen und sich unter den Schutz der Kirche zu stellen. Träger der "Aktion Volltreffer" sind die deutschen katholischen Werke missio und Adveniat sowie die evangelische Mission "Eine Welt", die zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am Montag eine positive Bilanz zogen.Unter dem Motto "Auf Tore schießen statt auf Menschen" hatten die Hilfswerke rund um die Fußballweltmeisterschaft auf das Schicksal von Kindersoldaten in aller Welt aufmerksam gemacht und Spenden gesammelt. Fußballstars wie Pele, Andy Köpke und Gerald Asamoah hatten dabei ebenso mitgeholfen wie zahlreiche Bischöfe und Politiker. Allein bei einem Bundesligaspiel zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg waren nach Angaben von missio rund 14.000 Euro gesammelt worden.Entführt und zum Töten gezwungen300.000 Kinder werden nach Schätzungen der Hilfswerke weltweit zum Einsatz in Kriegen missbraucht, etwa in Burundi, Kolumbien, Myanmar, Sri Lanka oder auf den Philippinen. Das bekannteste Beispiel ist der Norden Ugandas. Mehr als 20.000 Minderjährige sind dort Schätzungen zufolge seit 1987 von der "Lord's Resistance Army" entführt und zum Töten gezwungen worden. Zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am Montag sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. Unter anderem wird die Buchautorin und ehemalige Kindersoldatin China Keitetsi in Berlin gemeinsam mit der "Aktion Volltreffer" auftreten.