04.01.2007

Friedhelm Hengsbach SJ fordert mehr soziale Verantwortung der Kirche Die Kirche als Rufer in der Wüste

Im domradio-Interview forderte der emeritierte Professor für christliche Gesellschaftsethik mehr Mut und mehr Engagement für die soziale Gerechtigkeit im Inneren. Die soziale Schere gehe immer weiter auseinander, so Hengsbach und nennt Hartz IV,  Massenentlassungen, die Top-Gehälter der Manager und die Heuschreckenkampagne als Beispiele für die aktuelle Diskussion. Zwar habe Papst Benedikt XVI. ebenso wie sein Vorgänger lautstark Kritik am „ungehemmten und entfesselten Kapitalismus“ unserer Tage geäußert, dies sei aber zu wenig. Die Kirche stehe noch zu sehr im Schulterschluss mit den politischen Eliten und übe zu wenig Druck aus. Bischöfe sollten verstärkt den Kontakt halten mit Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen und nicht nur mit denen, die weit entfernt sind von der Lebenslage Alleinerziehender, Arbeitsloser oder Menschen mit geringem Einkommen. Christen und die Kirchen sollten selbst ein Beispiel vorleben und nicht von Gerechtigkeit reden, wenn Gerechtigkeit nicht im eigenen Laden Platz habe.Hengsbach erkennt aber auch eine Trendwende in der öffentlichen Diskussion, in der zunehmend klarer würde, dass das Schauen auf die eigenen Leistungen am Ende zu einer Krise führe, die alle erfasse und die den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft negativ beeinflusse.