08.12.2006

Nachrichtenarchiv 09.12.2006 00:00 Fall Litwinenko: Spur führt auch nach Hamburg

Die Ermittlungen im Mordfall des verstrahlten russischen Agenten Alexander Litwinenko sind nun auf Deutschland ausgeweitet. In Hamburg hatte die Polizei das Wohnhaus eines russischen Geschäftmannes abgeriegelt, der mit Litwinenko Kontakt gehabt hat. Vermutlich wurde Litwinenko bei einem Treffen mit ihm in London mit dem Polonium 210 verseucht. Ein Spezialtrupp des Bundeskriminalamtes entdeckte in einer Wohnung der deutschen Ex-Frau des Geschäftsmanns Dimitri Kowtun Anhaltspunkte für eine radioaktive Strahlungsquelle. Die Untersuchungen im Hamburger Szeneviertel Ottensen dauern noch an, weil die Polonium-Alphastrahlung eine sehr geringe Reichweite hat und genauere Messungen nötig sind. Kowtun soll Anfang November nach London geflogen sein und mit einem Kollegen den Agenten Litwinenko im Hotel "Millennium" getroffen haben. Die britische Polizei geht davon aus, dass der Kreml-Kritiker bei diesem Treffen mit Polonium 210 vergiftet wurde. Dass nun auch Kowtun schwer erkrankt in einem Moskauer Hospital liegt, konnte die Hamburger Polizei nicht bestätigen. Die Polizei sucht aber Personen, die Kontakt zu Dimitri Kowtun hatten.