25.07.2006

Ethikrat-Mitglied Professor Eberhard Schockenhoff hinterfragt die Notwendigkeit embryonaler Stammzellenforschung Forscherehrgeiz darf nicht ethische Grundregeln außer Kraft setzen

Auch in der Forschung gebe es irrationale Momente, so Professor Schockenhoff im domradio-Interview. „Die Freude, etwas durchzusetzen, ist für viele Forscher ein Motiv ihres persönlichen Tuns.“ Es sei verlockend, die mediale Aufmerksamkeit zu nutzen und mehr zu fordern als unbedingt notwendig. Er jedoch könne „keinen vernünftigen Grund“ erkennen, warum die Forschung nicht mit Stammzellen von Erwachsenen arbeite.  Grundsätzlich zeigte sich Professor Schockenhoff zufrieden mit dem Kompromiss – so sei immerhin der status quo gesichert: „Aber die Frage ist, wie lange das andauern wird.“ Die jetzt gefundene Lösung sei besser, als eine Genehmigung der embryonalen Stammzellforschung mit Hilfe von Gemeinschaftsgeldern der EU: „Das wäre die schlechtere Alternative gewesen“, so das Mitglied des Nationalen Ethikrates.Die EU-Regierungen haben sich dafür ausgesprochen, die gemeinsamen Finanzhilfen für die Forschung an embryonalen Stammzellen unter Auflagen beizubehalten.