16.07.2006

Nachrichtenarchiv 17.07.2006 00:00 Annan mahnt Konfliktparteien - de Villepin reist in den Libanon

UNO-Generalsekretär Annan hat die Konfliktparteien im Nahen Osten zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Am Rande des G-8-Gipfels sagte Annan, Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz müssten ihre Feindseligkeiten einstellen, um die Stationierung einer internationalen Truppe zu ermöglichen. Das lehnt der israelische Botschafter in Deutschland, Stein, ab. Stein sagte, die Zeit der Diplomatie sei noch nicht gekommen. Zunächst müsse die Macht der Hisbollah gebrochen werden. - Die Europäische Union will möglicherweise Blauhelm-Soldaten in den Libanon entsenden. Das teilte der finnische Außenminister Tuomoija in Brüssel mit - Finnland hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Auch der Weltsicherheitsrat diskutiert über eine Stationierung internationaler Truppen in Nahost. Eine Friedensmission im Süden Libanons sei die einzige Möglichkeit, die Hisbollah von weiteren Angriffen auf Israel abzuhalten, sagte der englische Premier Blair am Rande des G 8-Gipfels. Dann werde möglicherweise auch Israel die Gewalt einstellen. Unterdessen reiste der französische Premierminsiter de Villepin in den Libanon, um vor Ort in dem eskalierenden Konfilt zu vermitteln. Er sollte zu Gesprächen mit seinem libanesischen Kollegen Siniora zusammentreffen. - Die Deutsche Botschaft bereitet im Libanon unterdessen die Ausreise von weiteren deutschen Staatsbürgern vor. Bundesaußenminister Steinmeier erklärte, geplant sei, noch heute (Montag) rund 500 Personen nach Deutschland zu holen. Die meisten von ihnen sollen mit einem Bus-Konvoi nach Syrien gebracht und am späten Abend mit einer LTU-Maschine ausgeflogen werden.